Übernahmespekulationen bei der Commerzbank wohl verfrüht

Seit mehreren Jahren halten sich Übernahmespekulationen um die Commerzbank. Diese haben sich zuletzt wieder merklich verstärkt. Begünstigt hat dies der Einstieg von Cerberus bei Commerzbank und Deutscher Bank, der auch für einen Anstieg des Aktienkurses gesorgt hat.

Doch wie wahrscheinlich ist eine schnelle Fusion oder Übernahme der Commerzbank? Die Gründe, die gegen eine Übernahme der Commerzbank oder eine Fusion mit der Commerzbank sprechen sind vielfältig. Sie reichen von Restriktionen beim Transfer von Kundeneinlagen und Eigenkapital innerhalb von Europa, Unsicherheit über zukünftige Regulierung bis zu möglichem Widerstand der Politik bei einem Verkauf eines für den deutschen Mittelstand wichtigen Finanzintermediärs ins Ausland.

Ferner ist zu beachten, eine Übernahme oder Fusion wäre zunächst mit dem Erwerb der Anteile, die derzeit von der FMSA gehalten werden, verbunden. Dieser Kauf müsste finanziert werden. Dabei könnten die beteiligten Institute nicht auf die Hilfe der EZB zählen.

Insgesamt erscheint mir eine Übernahme der Commerzbank oder eine Fusion trotz der anhaltenden Spekulationen gegenwärtig als nicht wahrscheinlich. Die Historie zeigt zudem, dass sich größere Bankenfusionen gerade in Deutschland nicht eindeutig wertschaffend für die Aktionäre auswirkten. Dies ist unter anderem auf die schwierige und langwierige Hebung von potenziellen Kostensynergien sowie oftmals unterschätzte Komplexitätskosten zurückzuführen.

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