ETFs – Chance für aktives Management

Investoren haben sich in den vergangenen Jahren immer stärker passiven Investmentansätzen zugewandt. Im Aktienbereich werden in den USA bereits 42% der Fonds passiv verwaltet. Die Vorteile von ETFs liegen auf der Hand: Die Verwaltungskosten fallen im Vergleich zu aktiven Fonds deutlich geringer aus, außerdem kann ein hoher Diversifikationsgrad im Portfolio mit verhältnismäßig geringem Aufwand erzielt werden.

Mit zunehmendem Erfolg der ETFs wird aber auch die Kritik an passiven Produkten immer lauter. Demnach besteht die Gefahr, dass die verstärkte Hinwendung von der aktiven zur passiven Vermögensverwaltung längerfristig größere negative Auswirkungen auf die Effizienz der Kapitalmärkte sowie auf die Finanzmarktstabilität mit sich bringen kann. Diese Kritikpunkte sind nicht von der Hand zu weisen.

Wie stark der ETF-Markt noch wachsen muss, um zu einer Gefahr für die Märkte zu werden, kann derzeit nicht abgeschätzt werden. Die Entwicklung am US-amerikanischen ETF-Markt ist deutlich weiter fortgeschritten als in Europa, jedoch dürfte dieser laut Marktprognosen, u.a. auch befeuert durch neue Absatzwege (u.a. Robo-Advising), nachziehen. Bei europäischen Aktienfonds liegt der Marktanteil heute bei 25% und sollte noch einige Jahre wachsen können.
Zwar können viele aktive Fonds den Index nicht schlagen, bei passiven Produkten bleiben aber alle hinter der Benchmark zurück. Wer Outperformance erzielen will, muss aktiv investieren, statt „nur“ große Titel zu kaufen. Sollten sich mit steigendem Anteil passiver Strategien Ineffizienzen am Markt zeigen, werden die Chancen für aktive Manager größer werden. Daneben können passive Produkte gerade bei spezifischen Strategien schnell an Grenzen stoßen. Spezialisten droht auf der aktiven Seite von ETFs somit weniger Gefahr, da diese auf Kundenbedürfnisse eingehen. Zudem sollte der Trend aktive Manager ermutigen, sich mit Ideen weiter von der Benchmark zu entfernen, was die Chance für eine Outperformance erhöht. Denn aktive Fonds, die sich sehr nahe an der Benchmark bewegen, werden allein aufgrund der Kostennachteile weiter an Boden verlieren.

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