Inflationsrate im Euroraum: Energiepreise sorgen für nur kleinen Anstieg

Die heutige Schnellschätzung für die Entwicklung der Verbraucherpreise im November wies eine Inflationsrate von +1,5 Prozent aus. Im Vormonat hatte sie noch bei +1,4 gelegen. Damit hat sich Inflationsrate dem eigentlichen Ziel der europäischen Zentralbank (EZB) für Verbraucherpreisentwicklung von „unter aber nahe 2 Prozent“ zwar wieder etwas angenähert. Dass sie dies aber in den kommenden Monaten erreicht und dauerhaft in allen Mitgliedsländern dort bleibt, darf weiterhin bezweifelt werden.

Der zugrundeliegende Trend in den EWU-Ländern ist derzeit einheitlich: Höhere Preise für Energie sorgen für einen leichten Anstieg der Inflationsrate. Der Preisauftrieb in den anderen Güter- und Dienstleistungsbereichen fiel weitestgehend verhalten aus.  Gemäß ersten Schätzungen für den November lag die Inflationsrate – gemessen am europaweit einheitlich ermittelten Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) – in Deutschland bei +1,8 Prozent, in Spanien bei +1,7 Prozent, in Frankreich bei +1,3 Prozent und in Italien bei +1,1 Prozent. Dies zeigt, dass das Inflationsniveau auf Länderebene weiterhin deutlich auseinanderklafft.

Den größten Anteil an dem Anstieg im November hatte die Erholung des Ölpreises im Jahresvergleich, der die Verbraucherpreise angetrieben hat. Öl verteuerte sich gegenüber dem Vorjahr um gut 30 Prozent. Die Preise für Energie im Warenkorb der Verbraucher stiegen im gleichen Zeitraum um +4,7 Prozent. Bei den anderen Komponenten des Warenkorbs war der Preisauftrieb weiterhin moderat. Der binnenwirtschaftliche Inflationsdruck bleibt trotz guter Konjunkturlage verhalten. Dies zeigt auch die Kernrate, die mit +0,9 Prozent unverändert blieb.

Die Volatilität bei der Verbraucherpreisentwicklung in den vergangenen Monaten und Jahren wurde zu großen Teilen durch externe Einflüsse wie den Energiepreis und Schwankungen bei den Nahrungsmittelpreisen hervorgerufen. Die mehrheitlich durch binnenwirtschaftliche Effekte beeinflusste Preisentwicklung bei den sonstigen Gütern und Dienstleistungen zeigt bis auf wenige saisonale Einflüsse seit Monaten eine allenfalls leicht aufwärtsgerichtet Seitwärtsbewegung, aber mehr auch nicht. Ablesbar ist das an der Kernrate, die sich weiterhin nur bei der Marke von 1 Prozent bewegt. Für die EZB bleibt zu hoffen, dass der zunehmend gefestigte Konjunkturaufschwung die Verbrauchernachfrage stärker beflügelt und sich allmählich auch in den Preisen der anderen Güter zeigt. Bislang ist davon aber weiterhin nichts zu sehen.

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