Landwirtschaft 4.0: Abschied vom bäuerlichen Familienbetrieb?

Die Landwirtschaft zählt zu den Wirtschaftszweigen, in denen Digitalisierung eine deutlich effizientere Produktion verspricht. Allerdings sind die neuen Techniken, die allmählich Einzug im Agrarsektor halten, mit hohen Investitionen verbunden. Das verstärkt den Druck zur Bildung größerer Betriebseinheiten. Hinzu kommt die sich verschärfende Nachfolgeproblematik. Spätestens wenn die geburtenstarken Jahrgänge unter den Landwirten in den Ruhestand gehen, ist mit einem neuen Schub beim „Höfesterben“ in Deutschland zu rechnen.

Bis 2040 dürfte die Zahl der Betriebe von derzeit 275.000 auf rund 100.000 sinken. Bei einer weitgehend unveränderten landwirtschaftlichen Gesamtnutzfläche in Deutschland steigt die durchschnittliche Betriebsgröße von 60,5 auf ca. 160 ha. Gleichzeitig dürften sich die festen Arbeitsplätze im Sektor auf 325.000 halbieren. Angetrieben von veränderten Ernährungsgewohnheiten und Umweltschutzbemühungen gewinnt die Öko-Landwirtschaft an Bedeutung. Selbst wenn sich der aktuell starke Zuwachs an Bio-Höfen abschwächt, dürften die Öko-Bauern bis 2040 auf rund 45.000 zunehmen und der Anteil ökologisch bewirtschafteter Flächen von derzeit 10 Prozent auf etwa ein Fünftel der landwirtschaftlichen Nutzfläche Deutschlands wachsen.

Langfristig droht die Abkehr vom Jahrhunderte alten Modell des bäuerlichen Familienbetriebs, den selbstständige Bauern, kleine Betriebseinheiten und mithelfende Familienangehörige kennzeichnen. Künftig prägen immer stärker zwar inhabergeführte, aber große, kapitalintensive und betriebswirtschaftlich organisierte Agrarunternehmen die Branche. Die neue Generation landwirtschaftlicher Unternehmen nutzt intensiv modernste Technik und greift trotz rückläufigem Arbeitskräfteeinsatz zunehmend auf familienfremde Fachkräfte zurück. Der Schlüssel für den erfolgreichen Übergang in eine hochmoderne wettbewerbsfähige deutsche „Landwirtschaft 4.0“ sind eine gute Aus- und Weiterbildung sowie zukunftsweisende Investitionen.

 

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Ein Kommentar

gg.straub@volksbank-lindenberg.de

Anbei in interessanter Artikel zur Landwirtschaft der Zukunft

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