Lohnentwicklung in den USA bleibt moderat

 

In den USA geht das siebte Jahr mit sichtbar gestiegener Beschäftigung zu Ende. Die Arbeitslosenquote dürfte im Jahresdurchschnitt nur bei 4,4 Prozent gelegen haben, das ist immerhin der niedrigste Wert seit dem Jahr 2000. Dennoch werden weiterhin nur verhaltene Lohnsteigerungen verzeichnet. Vor allem die Notenbank hat ein Auge auf die Lohnentwicklung, da kräftig steigende Löhne auch recht schnell die Inflation in die Höhe treiben würden.

Sehr unterschiedliche Faktoren werden wohl weiterhin ein kräftiges Anziehen bei den Löhnen verhindern. Letztendlich ist dies eine Folge von „ein bisschen von Vielem“. Zum einen hat sich die Beschäftigungsdynamik schon wieder verlangsamt und dürfte auch im kommenden Jahr noch etwas an Schwung verlieren. Zum anderen bleiben in einigen Beschäftigungsbereichen, wie im öffentlichen Dienst und bei den Teilzeitbeschäftigten bei den Löhnen die Steigerungsraten sichtbar hinter denen der Vorkrisenjahre zurück. Ebenfalls dämpfend dürfte die Tatsache wirken, dass im produzierenden Bereich trotz der leichten Erholung in den letzten Jahren der Trend bei der Zahl der Beschäftigten eher seitwärts verläuft. Die Automatisierung bedroht in der Tendenz aber nicht nur im produzierenden Sektor, sondern auch in einigen Ser-vicebereichen Arbeitsplätze. Darüber hinaus dürfte der Schock der Entlassungswelle während der Wirtschafts- und Finanzkrise noch vielen Beschäftigten und auch Firmenlenkern tief in den Knochen sitzen.

In den kommenden Quartalen sollte sich die hohe Beschäftigung, die für höhere Löhne spricht, mit einer zunehmenden Automatisierung, die den Lohndruck tendenziell senkt, die Waage halten. Somit sollte auch der Lohndruck nicht gravierend ansteigen und das fundamentale Umfeld für die Inflationsentwicklung moderat bleiben. Somit kann sich auch die US Notenbank mit weiter Zinsanhebungen Zeit lassen.

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