US Renditemärkte deuten auf eine Rezession hin – Befürchtungen aber unbegründet

Die Differenz der US Renditen von 10-jährigen und 2-jährigen Staatsanleihen ist ein beliebtes und oft auch treffsicheres Krisenbarometer. In der Vergangenheit hat eine flachere Kurve häufig einen Konjunkturabschwung in den kommenden Monaten angedeutete. Darüber hinaus könnte ein Abschwung in einer Zeit, in der kaum eine große Volkswirtschaft den Spielraum besitzt, mit geld oder fiskalpolitischen Hebeln zu reagieren, besonders schwierig zu handhaben sein. Eine Verlangsamung der Konjunkturdynamik oder gar eine Rezession hätte weitreichende Folgen für die Finanzmärkte. Die Bewertungen sind in den letzten Jahren kräftig angestiegen und eine ungünstige Entwicklung der Konjunktur hätte eine entsprechende Neuwertung und Kursrückgange zur Folge.

Bevor man wegen der flacheren Renditekurve in Panik verfällt, sei jedoch darauf hingewiesen, dass es verschiedene Ursachen für die derzeitige Entwicklung gibt. So hat die geldpolitische Straffung der US Notenbank und die generell relativ niedrigen Inflationsraten zu einer niedrigen Inflationserwartung beigetragen. Gleichzeitig haben die regulatorischen Entwicklungen zu einer verstärken Nachfrage nach länger laufenden US Staatsanleihen geführt. Eine niedrige Inflationserwartung und eine strukturell höhere Nachfrage führen zu sinkenden Renditen im längeren Laufzeitbereich und damit auch zu der flachen US-Renditekurve. Somit dürfte die Steilheit der US Renditekurve zurzeit auch kein Indiz sein, dass es in naher Zukunft zu einer Rezession in den US kommt.

 

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