Trotz Weihnachtstrubel nur schwacher Preisdruck im Euro-Raum.

 

Wenig überraschend gab die Inflationsrate im Euro-Raum zum Jahresende 2017 noch einmal nach. Die jährliche Rate ermäßigte sich im Dezember auf vergleichsweise magere +1,4 Prozent. Noch im Februar desselben Jahres lag die Teuerung bei EZB-konformen +2,0 Prozent. Der Trend ging seitdem sichtbar in eine Richtung: Abwärts. Dahinter steckt ein alter Bekannter. Wie schon im übrigen Jahresverlauf waren es vor allem die Energiepreise, die das Inflationsbild maßgeblich bestimmt haben. Zum Jahresende wurde der Preisdruck aus dieser Komponente noch einmal entschärft. Lag die jährliche Steigerung beim Ölpreis im November noch bei kräftigen +18 Prozent, schmolz die Rate im Dezember auf verschwindend geringe +1,4 Prozent zusammen.

Die binnenwirtschaftlichen Einflüsse auf die Preisentwicklung bleiben hingegen nahezu unverändert. Abzulesen ist das an der sogenannten Kernrate, welche die Preisentwicklung von Dienstleistungen und nicht-energetischen Industriegütern abbildet. Diese schwankt seit nunmehr zweieinhalb Jahren stabil im immer gleichen Korridor zwischen +0,8 und +1,2 Prozent. Mit +0,9 Prozent platzierte sich die Kernrate im Dezember einmal mehr am unteren Rand. Anzeichen für einen merklichen Anstieg verdichten sich bisher nicht.

Damit hat sich die EZB trotz ihrer ultralockeren Geldpolitik wieder ein gutes Stück von ihrem wichtigsten Ziel entfernt. Die Notenbank strebt eine Inflationsrate von nahe zwei Prozent an. Für sie bleibt nur zu hoffen, dass der Konjunkturaufschwung die Inflation stärker als bisher beflügelt. Trotz einer ausgesprochen guten wirtschaftlichen Entwicklung bleibt der inländische Preisdruck aber anhaltend schwach. Hält der Ölpreis in etwa sein aktuelles Niveau, ist auch von den Energiepreisen wenig Auftrieb für die Gesamtinflationsrate zu erwarten. Zudem ist aufgrund des stärkeren Euro-Dollar Wechselkurses mit einem preisdämpfenden Effekt auf die Teuerungsrate zu rechnen. Zusammengefasst erwarten wir also auch in den kommenden Monaten keine sichtbare Belebung der Preisdynamik im Euro-Raum.

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