Deutsche Wirtschaft im Höhenflug

Der Konjunkturaufschwung in Deutschland geht bereits ins neunte Jahr, und er hat sich 2017 noch einmal beschleunigt. Mit einem realen Plus von 2,2 Prozent erzielte die Wirtschaftsleistung den stärksten Zuwachs seit 2011. Die privaten Konsumausgaben stiegen – ähnlich wie in den beiden Vorjahren – merklich an und legten damit die Basis für das gesamtwirtschaftliche Wachstum. Aber auch die Investitionsausgaben wurden im letzten Jahr kräftig ausgeweitet, besonders die Ausrüstungsinvestitionen der Unternehmen zeigten wieder mehr Dynamik. Positiv schlug 2017 – anders als im Vorjahr – auch der Außenhandel zu Buche, wenn auch mit einem relativ kleinen Wachstumsbeitrag.

Gestützt wurde die Konsumfreude der privaten Haushalte 2017 wie schon in den Vorjahren maßgeblich von einer günstigen Arbeitsmarktentwicklung. Die Erwerbstätigkeit ist mit +1,5 Prozent so kräftig gestiegen wie seit dem Jahr 2007 nicht mehr. Dieser Anstieg resultiert vor allem aus einer Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Eine höhere Erwerbsbeteiligung sowie die Zuwanderung von Arbeitskräften aus dem Ausland glichen altersbedingte demografische Effekte aus. Das ließ die Einkommen der Beschäftigten erneut kräftig zulegen.

Auch bei den Investitionen hat sich die Dynamik 2017 erhöht. Die Bauinvestitionen stiegen mit +2,6 Prozent ähnlich stark wie im Vorjahr. In Ausrüstungen – also vor allem Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge – investierten die Unternehmen immerhin 3,5 Prozent mehr als 2016.

Die deutschen Ausfuhren konnten im Jahr 2017 dank der globalen Erholung ebenfalls wieder kräftiger zulegen: Bei den Exporten von Waren und Dienstleistungen steht ein Plus von 4,7 Prozent zu Buche, bei den Importen war der Zuwachs sogar noch etwas stärker (+5,2 Prozent). Der Außenbeitrag, also die Differenz zwischen Exporten und Importen, trug damit rein rechnerisch + 0,2 Prozentpunkte zum BIP-Wachstum bei, im Jahr 2016 ging von ihm noch ein leicht negativer Impuls aus.

Der Staat schließlich erzielte im Jahr 2017 dank der guten Konjunktur einen Rekordüberschuss in Höhe von 38,4 Milliarden Euro. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen beendeten das Jahr demnach zum vierten Mal in Folge mit einem Überschuss. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt errechnet sich für den Staat im Jahr 2017 eine Überschussquote von 1,2 Prozent, nach +0,8 Prozent in 2016. Den guten Jahresabschluss ermöglichte den öffentlichen Kassenwarten nicht zuletzt die Europäische Zentralbank: Aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsumfeldes gingen die zu zahlenden Zinsen des Staates deutlich zurück, was den Ausgabenanstieg dämpfte und letztlich den positiven Finanzierungssaldo ermöglichte.

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