Euro-Konjunktur bleibt auch im vierten Quartal schwungvoll

Die konjunkturelle Entwicklung im Euro-Raum bleibt unter Dampf. Im Schlussquartal 2017 wurde mit +0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal erneut ein robustes Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) ausgewiesen. Im Vergleich zum Sommerquartal mit +0,7 Prozent gab die Dynamik aber leicht nach. Für das Gesamtjahr 2017 summieren sich die Quartalsergebnisse auf sehr solide +2,5 Prozent Wirtschaftswachstum gegenüber 2016.

Mit der Vorabschätzung wurden zwar noch keine Details zu den einzelnen Komponenten veröffentlicht. „Harte“ Daten, wie beispielsweise die Industrieproduktion oder die Handelsbilanz, weisen jedoch darauf hin, dass die hohe Dynamik wohl eher vom Binnenkonsum gestützt wurde. Erfreulich ist dabei der hohe Produktionsanstieg an Investitionsgütern vom November 2017. Eine höhere Nachfrage insbesondere nach Ausrüstungsinvestitionen kann als ein positives Signal für die potentielle Ausweitung der Produktivität einer Volkswirtschaft gewertet werden. Das Produktivitätswachstum im Euro-Raum blieb in den vergangenen Jahren sichtbar gedämpft.

Die ersten Länderergebnisse unterstreichen die robuste Wachstumsdynamik im Währungsgebiet. Das einstige „Sorgenkind“ Frankreich konnte dem Konjunkturmotor sogar noch ein paar Umdrehungen mehr abringen. Das Wirtschaftswachstum beschleunigte sich in den Herbstmonaten auf +0,6 Prozent (Q3-2017: +0,5 Prozent) und liegt damit sogar gleichauf mit dem Euro-Raum Aggregat. Die gestiegene Investitionstätigkeit und die ausgesprochen hohe Stimmung in der Privatwirtschaft sprechen dafür, dass die Unternehmen in Frankreich dem rasanten Reformeifer von Präsident Macron grundsätzlich positiv gegenübersteht.

In Spanien hat die konjunkturelle Dynamik hingegen auf hohem Niveau etwas nachgelassen. Im Schlussquartal wurde ein Plus von +0,7 Prozent gegenüber dem Sommerquartal ausgewiesen (Q3-2017: +0,8 Prozent). Die spanische Region Katalonien hat in den vergangenen Monaten mit seinen Unabhängigkeitsbestrebungen für ökonomische „Reibungen“ gesorgt. Diese haben letztendlich aber offenbar weniger belastet als befürchtet. Des Weiteren hat sich in Belgien die Wirtschaftsdynamik von +0,2 Prozent im dritten Quartal auf +0,5 Prozent im Schlussquartal 2017 mehr als verdoppelt. Weitere Quartalsergebnisse einzelner Euroländer werden ab dem 14. Februar erwartet. Auch bei den übrigen Ländern erwarten wir insgesamt eine robuste wirtschaftliche Dynamik.

Für das laufende und das kommende Jahr gehen wir beim Wirtschaftswachstum im Euro-Raum von einer Fortsetzung der soliden konjunkturellen Entwicklung aus. Die Wachstumsraten dürften aber insgesamt etwas unterhalb des Jahres 2017 liegen und sich bei etwa zwei Prozent jährlich bewegen. Die größten Risiken für die konjunkturelle Entwicklung in den kommenden Jahren stellen unserer Ansicht nach geopolitische Risiken (bspw. USA-Nordkorea Konflikt) und die Folgewirkungen des Brexit dar.

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