Deals, Deals, Deals – M&A-Welle mit stärkstem Auftakt seit 2000

Das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen hat sich zum Jahresauftakt 2018 weltweit stark dynamisiert. Mit Dr. Pepper/Keurig Green Mountain, Bioverativ/Sanofi tauchten dabei schon einige bekannte Namen auf – wenngleich keine deutschen. Das Volumen der angekündigten M&A-Deals wuchs stieg in den ersten Handelstagen des Jahres auf 320 Mrd. US-Dollar an, verteilt auf über 2.000 Transaktionen. Dies stellt eine Steigerung um gut 50% gegenüber dem Vorjahreszeitraum dar. Insgesamt registrierte der Datenanbieter Bloomberg im vergangenen Jahr weltweit knapp 30.000 M&A-Transaktionen. Getrieben wurde das Geschäft maßgeblich durch Deals in Übersee, dabei wurden in Nordamerika knapp 50% aller Transaktionsvolumina abgewickelt.

Wir erwarten, dass sich der Trend zu M&A-Transaktionen in diesem Jahr fortsetzen wird. Dafür sprechen folgende Gründe:

  • Viele Unternehmen sind in ihren Geschäftsbereichen und lokalen Märkten nach 8 ½ Jahren Aufschwung so stark gewachsen, dass sie nun neue Wachstumsfelder suchen. Auch scheinen viele Unternehmen wegen der teils dramatischen Umfeldveränderungen dringend in neue Technologien investieren zu wollen.
  • Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten bei den Gesellschaften ist so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Wegen des ungünstigen Zinsumfeldes bieten diese keinen adäquaten Zinsertrag.
  • Die US-Steuerreform bringt eine Sonderkonjunktur: Es gibt eine Vielzahl an Unternehmen, die dank sinkender Steuersätze mehr verdienen wird. Auch sind vereinzelt ausländische Bankguthaben dank eines ermäßigen Repatriierungssteuersatzes für US-Unternehmen für M&A-Transaktionen einsetzbar.
  • Das niedrige Kapitalmarktzinsniveau ermöglicht gute Refinanzierungskonditionen für Übernahmekredite.
  • Die hohe Aktienmarktbewertung vieler Käuferunternehmen ermöglicht eine Zahlung höherer Kaufprämien, wenn die eigenen Aktien als eigene Währung für den Kauf eines Zielunternehmens mit niedrigerer Bewertung verwendet wird.
  • Der positive Ausblick für die weitere Entwicklung der Unternehmensgewinne und des Aktienmarktes sowie die gute Börsenstimmung hält an. Dies ist insbesondere wichtig hinsichtlich der Aufnahmebereitschaft möglicher Kapitalerhöhungen.
  • Die Bilanzrelationen sind sehr solide. Zum Beispiel halten die deutschen HDAX-Unternehmen so viel Eigenkapitalmittel wie nie zuvor.

Auch in Deutschland sollten die M&A-Aktivitäten in diesem Jahr wieder anziehen. In den vergangenen Jahren gab es hierzulande deutlich weniger Aktivitäten als in den anderen großen Industriestaaten. Die letzten großen Übernahmen hierzulande waren die „Takeovers“ von Stada und Uniper (beide 2017).

Auf der Risikoseite könnten insbesondere eine stark zunehmende Aktienmarktvolatilität sowie stark ansteigende (Corporate-) Bondrenditen eine Belebung des M&A-Marktes negativ beeinflussen. Diese Entwicklungen sind aber aktuell nicht absehbar. Daher ist damit zu rechnen, dass die hohe Schlagzahl im M&A-Geschäft zunächst anhalten wird.

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