Inflationsrate im Euro-Raum: Wechselkurs schlägt Ölpreis

Im Januar ging die Inflationsrate im Euro-Raum leicht zurück. Sie sank von +1,4 Prozent im Dezember auf aktuell +1,3 Prozent. Dies scheint auf den ersten Blick überraschend, angesichts des inzwischen im Vorjahresvergleich deutlich gestiegenen Ölpreises. Da aber zeitgleich der Außenwert des Euro zum US-Dollar ebenfalls deutlich zugenommen hatte, wurde der Ölpreisanstieg in Euro gedämpft.

Der aktuell hohe Wechselkurs hat damit spürbare Auswirkungen auf die Verbraucherpreisentwicklung. Importe von außerhalb des Euro-Raums werden in der Tendenz billiger. Weiter steigen dürfte der Wechselkurs aber erstmal nicht. Wir rechnen für die kommenden Monate daher wieder mit einer leicht anziehenden Inflationsrate, große Bewegungen erwarten wir aber nicht.

Im Januar notierte der Ölpreis der für Europa auschlaggebenden Sorte Brent durchschnittlich mit knapp 69 US-Dollar rund 25 Prozent über dem Vorjahresniveau. Der Wechselkurs des Euro zum US-Dollar lag bei rund 1,22 Dollar je Euro. Im Januar 2017 lag er noch bei 1,06 Dollar je Euro. Der Anstieg des Wechselkurses um rund 15 Prozent minderte daher den Preisauftrieb, was sich vor allem in der Unterkomponente Energie des Warenkorbs der europäischen Verbraucher bemerkbar gemacht hat. Energie verteuerte sich gegenüber dem Vorjahresmonat nur um 2,1 Prozent. Im November und Dezember wurden hier noch Preisanstiege von 4,7 und 2,9 Prozent gemessen.

Die Teuerungsraten bei den anderen Gütern und Dienstleistungen zeigte dagegen nur wenig Bewegung. Bei Nahrungs- und Genussmitteln schwächte sich der Preisauftrieb ab, bei industriellen Güter nahm er leicht zu und bei Dienstleistungen blieb er unverändert. Die Kernrate ohne die volatilen Komponenten Energie und Nahrungsmittel stieg leicht von 0,9 auf 1,0 Prozent an.

Auch in den großen Mitgliedsländern der EWU, die ebenfalls eine Schnellschätzung für den Januar vorgelegt haben, ging die Inflationsrate zurück, in Spanien von 1,2 auf 0,7 Prozent und in Deutschland von 1,6 auf 1,4 Prozent. Nur bei den Franzosen zog die Inflationsrate von 1,2 auf 1,5 Prozent an. Hier verhinderte eine Steuererhöhung auf Diesel und Benzin eine deutliche Abschwächung der Energiepreise.

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