Autoindustrie: Neue CO2- Zielvorgaben sind ambitioniert

Die EU-Kommission hat Ende 2017 ein Paket für saubere Mobilität vorgelegt, in dessen Rahmen neue CO2-Zielvorgaben für Pkw und Lieferwagen beschlossen wurden. Neuwagen sollen bis zum Jahr 2025 im Durchschnitt zunächst 15% weniger CO2 ausstoßen, bis 2030 dann 30%. Ausgangspunkt ist der Ausstoß von 95 Gramm CO2 pro Kilometer bei PKW und 147 Gramm bei leichten Nutzfahrzeugen. Auf Grund der Umstellung des Verbrauchmessverfahrens auf das „Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure“ werden nur relative Zielgrößen vorgegeben. Eine Quotenregelung für Elektromobilität ist nicht vorgesehen.

Die Trends in den Neuzulassungen 2017 lassen strengere CO2-Abgasnormen derzeit sehr schwer erreichbar erscheinen. Denn 1.) sinkt der Anteil CO2-armer Diesel-PKW weiter, 2.) steigt die Nachfrage nach SUVs und Geländewagen mit hohen CO2-Emissionen ungebrochen und 3.) kommen reine Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride – trotz Wachstums – nicht über ein Nischendasein hinaus.

Die weitere Verschärfung der CO2-Emissionsgrenzwerte nach 2021 stellt die Automobilhersteller vor große Herausforderungen. Einerseits soll sich die Anzahl der verfügbaren Elektromodelle deutscher Automobilhersteller bis 2020 mehr als verdreifachen, wozu Investitionen in Höhe von EUR 40 Milliarden erforderlich werden. Anderseits dürfte sich der Anteil von elektrifizierten Antrieben (reine E-Modelle und Plug-in-Hybride) von gegenwärtig 1,6% nur sehr langsam in Richtung der von Automobilherstellern erwarteten Bandbreite von 15-25% im Jahr 2025 entwickeln.

Nach unserer Einschätzung dürfte ein signifikanter Anstieg von Neuzulassungen mit alternativem Antrieb nur dann gelingen, wenn zahlreiche Rahmenbedingungen erfüllt werden:
1.) Massiver und schneller Ausbau von Ladeinfrastruktur,
2.) verbesserte und höhere staatliche Förderungen (Beispiel Norwegen),
3.) erhöhte Reichweiten der Elektrofahrzeuge und
4.) Auflösung des Kostennachteils dieser Antriebsart.

Erfüllen sich diese Voraussetzungen bestehen gute Chancen, dass sich das Käuferverhalten ändern wird und zukünftige CO2-Grenzwerte eingehalten werden können.

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