VDAX springt über 40 Punkte – Unsicherheit so groß wie nach Brexit-Entscheid 2016

Bis vor zwei Wochen schien die Volatilität an den Finanzmärkten ein Relikt der Vergangenheit geworden zu sein, es herrschte Grabesruhe an den Aktienmärkten. Dies hat sich innerhalb weniger Tage geändert. Der VDAX, der, abgeleitet aus den an der Eurex gehandelten DAX-Optionen, die erwartete Schwankungsbreite für den DAX für die kommenden 30 Tage misst, ist auf über 40 Punkte geschossen.
Interpretiert man die erwartete Volatilität als Stressindikator, ist die Unsicherheit am deutschen Aktienmarkt derzeit so hoch wie nach dem Brexit-Entscheid im Juni 2016 oder nach dem Crash des chinesischen Aktienmarktes im August 2015.

Investoren, die nun damit rechnen, dass die Volatilität am Aktienmarkt bald wieder in Richtung des Durchschnitts sinkt (19 Punkte in den USA / 20 in Deutschland), könnten zunächst enttäuscht werden. Die Volatilität weist empirisch eine geringe Tendenz zu einer langsamen Rückkehr zum Mittelwert („mean reversion“) auf. Zunächst erwarten wir noch ein erhöhtes Volatilitätsplateau.
Volaspitzen waren in der Vergangenheit gute Kaufgelegenheiten. Dies ist unseres Erachtens auch in der aktuellen Marktlage der Fall. Die langfristige Entwicklung am Aktienmarkt hängt immer noch primär von der Gewinnentwicklung der Unternehmen ab und nicht von der Notenbankpolitik oder ähnlichen Faktoren, wenngleich diese aber immer wieder für Unsicherheit und Schwankungen sorgen können. Die KGV-Bewertung des DAX liegt nur noch bei 11,5 Punkten, die Dividendenrendite bei 3,6% – historisch gesehen waren diese sehr gute Kaufgelegenheiten.

Die Unternehmen in Deutschland berichten derzeit Rekordumsätze und in Anbetracht der sehr gut laufenden Weltkonjunktur und anhaltend niedriger Zinsen ist es unwahrscheinlich, dass sich dies kurzfristig umkehren wird.
Wir erwarten weiterhin, dass die Fundamentaldaten Aktien unterstützen und dass diese in den nächsten Jahren Anleihen und Bargeld schlagen werden. Es wird auch zukünftig allenfalls sporadische Angstausbrüche geben, möglicherweise aufgrund geopolitischer Ereignisse, da die Dinge in der Weltwirtschaft ansonsten gut laufen. Wir empfehlen, solche Anlässe zu nutzen, um in Unternehmen zu investieren, die bei einem solchen Aktienkursrückgang übermäßig abgestraft wurden.

 

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