US-Renditen sind stark gestiegen – Potential für einen weiteren Anstieg aber begrenzt

Die zuletzt zunehmenden Sorgen über eine höhere Inflationsdynamik und stärker steigende Notenbankzinsen haben einen spürbaren Renditeanstieg am US-Staatsanleihemarkt ausgelöst. Schon lange wurde befürchtet, dass die zehnjährigen US-Renditen vor dem Hintergrund einer restriktiveren Geldpolitik, die sowohl mit Leitzinsanhebungen als auch mit einer Reduktion der US-Notenbankbilanz einhergeht, eigentlich hätten steigen müssen. Die jüngste Bewegung könnte nun die Sorge bestätigen, dass sich ein neuer Trend hin zu deutlich höheren Zehnjahresrenditen herausbilden wird.

Dabei gab es in der Vergangenheit zahlreiche Argumente, die für den lediglich moderaten Anstieg der Kapitalmarktrenditen trotz Leitzinserhöhungen der US-Notenbank angeführt wurden. Insbesondere die Markterwartung, dass die US-Notenbank die Fed Funds Target Rate nicht schnell und mit Verve erhöhen wird, wurde als Grund für die maßvollen Kursverluste in den zurückliegenden Jahren genannt. Außerdem dürfte die anhaltend hohe Nachfrage nach US-Staatsanleihen sowohl von inländischen als auch von ausländischen Investoren einen potenziellen Anstieg der US-Kapitalmarktrenditen begrenzt haben. Nicht zuletzt hält die US-Notenbank weiterhin einen großen Anteil an ausstehenden US-Staatsanleihen. Dieser Bestandseffekt dürfte einen Ausverkauf am US-Staatsanleihemarkt verhindern.

Weitere Leitzinserhöhungen dürften nur noch für moderate Erhöhungen der Renditen der zehnjährigen US-Treasuries sorgen, da die US-Notenbank einen eher graduellen geldpolitischen Kurs und ein Ende des Erhöhungszyklus bei 2,75% in Aussicht stellen. Die Reduktion der US-Notenbankbilanz könnte zwar ebenfalls für steigende Renditen sorgen. Werden jedoch die Berechnungen der US-Notenbank über den renditesenkenden Effekt des Quantitative Easing zugrunde gelegt, so dürfte sich im Umkehrschluss die Auswirkungen für höhere Renditen ebenfalls in Grenzen halten. Außerdem spricht gegen einen weiteren kräftigen Ausverkauf am US-Staatsanleihemarkt die anhaltend hohe Nachfrage nach US-Treasuries von in- und ausländischen Investoren. Insgesamt sollte damit das Potential für einen weiteren Anstieg der US-Renditen begrenzt sein.

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