FOMC: Drei Leitzinserhöhungen in 2018

Gestern Abend europäischer Zeit waren wieder alle Augen auf die US-Notenbank gerichtet. Insgesamt verlief das Tripple aus Fed-Kommuniqué, Projektionen und Pressekonferenz ohne größere Überraschungen. Schon im Vorfeld stand unter den Marktteilnehmern nahezu einhellig fest, dass die Fed den Leitzinskorridor um weitere 25 Basispunkte anheben wird. Diesbezüglich hat die Fed auch geliefert, so dass die Spanne der Fed Funds Rate nun bei 1,50% bis 1,75% liegt. Außerdem hält die Notenbank an ihrem graduellen Kurs weiterer Zinsanhebungen fest. Die Inflations- und Wachstumsprognosen wurden lediglich marginal nach oben angepasst. Die Zinserwartungen der US-Währungshüter, die im Rahmen des sogenannten „Dot-Plots“ abgegeben werden, zeigen für das Gesamtjahr 2018 weiterhin drei Leitzinserhöhungen. Jedoch wurde das Tempo der Zinserhöhungen für die Jahre 2019 und 2020 im Vergleich zu den letzten FOMC-Projektionen nach oben revidiert. Auf der Pressekonferenz gab es zwar kritische Fragen bezüglich der US-Steuerreform und eines möglichen zunehmenden Protektionismus. Powell gab zu Protokoll, dass sehr wohl über diese Fragen diskutiert wurde. Die geldpolitische Ausrichtung der US-Notenbank werde sich (vorerst) nicht wesentlich ändern.

Finanzmärkte reagieren mit Erleichterung
Die Reaktionen der Finanzmärkte auf die erste Zinssitzung der Fed unter Führung von Jerome Powell waren trotz der Nervosität an den Finanzmärkten im Vorfeld moderat. Insgesamt haben die Markteilnehmer erleichtert reagiert. Dies mag daran liegen, dass die „Stille Post“ eher hawkishe Äußerungen des Fed-Chef unterstellt hatte. Letztlich deutet jedoch wenig auf eine Beschleunigung der aktuellen geldpolitischen Ausrichtung hin. Die Renditen der zehnjährigen US-Treasuries haben in einer ersten Reaktion auf die gestrige Zinssitzung nach unten tendiert. Die US-Aktienindizes haben zunächst Gewinne verzeichnet, wenngleich sich diese im weiteren Verlauf des Handels umgekehrt haben. Der US-Dollar hat an Wert verloren. Die Wahrscheinlichkeit für vier Leitzinserhöhungen ist leicht gesunken. Insgesamt haben sich alle Fed-Verantwortlichen mit dem laufenden geldpolitischen Kurs einverstanden erklärt.

Unveränderte Prognose
Im Großen und Ganzen hat die Notenbank unsere Meinung bestätigt, dass sie an ihrem graduellen Zinserhöhungskurs festhalten wird. Im Einklang mit den Fed-Oberen erwarten wir für dieses Jahr ebenfalls lediglich drei Leitzinserhöhungen. Der nächste Schritt sollte im Juni erfolgen. Ein weiterer folgt wohl im Dezember. Die Reduktion der Notenbankbilanz steht hingegen auf Autopilot. Gemäß Powell dürfte die Fed auf absehbare Zeit an dem vorgelegten Plan keine Änderungen vornehmen.

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