Stimmungskorrektur bei den Einkaufsmanagern hält an

Die Eintrübung der Stimmung der Einkaufsmanager, die seit Jahresanfang 2018 eingesetzt hat, setzte sich gemäß den vorläufigen Ergebnissen auch im März fort. Demnach sanken die Stimmungsbarometer jetzt das dritte Mal in Folge, sie bleiben allerdings weithin auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Ein Ende des wirtschaftlichen Aufschwungs ist daher noch nicht in Sicht. Vielmehr stellt die anhaltende Korrektur aus unserer Sicht eine Normalisierung der zuvor fast euphorisch übertriebenen Stimmung dar. Die jetzt vermeldeten Niveaus stehen eher im Einklang mit den tatsächlichen Wachstumsraten, die der Währungsraum erzielt hat. Zudem dürften zunehmende Kapazitätsengpässe und der Handelskonflikt mit den USA auf der Stimmung lasten.

Der zusammengefasste Composite-Index für den Euroraum sank von 57,8 auf 55,3 Indexpunkte, das ist der niedrigste Stand seit 14 Monaten. Dabei büßte das Stimmungsbarometer für den Dienstleistungsbereich weniger stark ein als der Index für die Industrie.

Insgesamt passt die Stimmungskorrektur zu unserem Prognosebild. Nach dem kräftigen Wirtschaftswachstum von +2,3 Prozent im vergangenen Jahr wird es schwierig noch einen Gang zuzulegen. Für 2018 bleiben wir bei unserer Wachstumsprognose von 2,3 Prozent.

Die deutschen Einkaufsmanager zeigten sich im März weiterhin zuversichtlich, auch wenn die Stimmungsbarometer für die Industrie und für die Dienstleister nachgaben. Der Composite-Index verlor 2,2 Zähler im Vergleich zum Vormonat und notiert aktuell bei 55,4 Indexpunkten. Das ist der niedrigste Wert seit acht Monaten. Insgesamt fällt die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage immer noch mehr als robust aus. Produktion und Auftragseingänge legten in der Bewertung weiter zu, aber mit schwächeren Zuwächsen als in den Vormonaten. Positiv blieben die Beschäftigungsabsichten vor dem Hintergrund bestehender Kapazitätsengpässe, aber auch hier schwächte sich die Einschätzung gegenüber dem Langzeithoch vom Januar etwas ab.

Die französische Privatwirtschaft zeigt sich auf Basis der Befragungsergebnisse unter den Einkaufsmanagern trotz etwas pessimistischerer Werte weiter in einer robusten Verfassung. Zwar gab auch hier der umfassende Composite-Index nach. Er notiert im März bei 56,2 Zählern, nach 57,3 Indexpunkten im Vormonat. Das hohe Niveau lässt aber weiterhin auf eine Fortsetzung des Wirtschaftswachstums in den kommenden Monaten hoffen, denn die Auftragspolster der französischen Unternehmen legten im März weiter zu. Während auch in Frankreich die Stimmung bei den Dienstleistern im Monatsvergleich leicht nachgab, büßte der Index für die Industrie etwas kräftiger ein. Dennoch, beide Stimmungsbarometer bleiben über der Wachstumsschwelle von 50 Indexpunkten und über den langfristigen Durchschnittswerten.

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