Euro-Raum Inflationsrate: Osterfest und Lebensmittel treiben Preise im März nach oben

Der seit Monaten anhaltende Rückgang der Inflationsrate des Euro-Raums wurde im März erst einmal gestoppt. Zwischen Februar 2017 und Februar 2018 hatte sich die jährliche Rate noch nahezu halbiert. Nun haben die Preise im März wieder etwas stärker zugelegt. Die Teuerung kletterte von +1,1 Prozent im Februar auf +1,4 Prozent im März. Hinter dem Anstieg stehen der sogenannte Ostereffekt und merklich gestiegene Lebensmittelpreise.

Gewöhnlich steigen in der Kar- und Osterwoche die Preise für tourismusnahe Dienstleistungen spürbar an. Fällt das Osterfest in zwei aufeinanderfolgenden Jahren auf unterschiedliche Monate (März/April), dann entstehen in der jährlichen Inflationsrate stärkere Schwankungen. Dies wird als Ostereffekt bezeichnet, der nun im März die Preise ein Stück weit nach oben gehoben hat.

Die Kernrate – also die Preise exklusive Energie und unverarbeiteter Lebensmittel– hat das allerdings kaum beflügelt. Sie stieg nur leicht von +1,2 auf +1,3 Prozent. Gerade der Preisdruck von Gütern aus dem verarbeitenden Gewerbe schmolz im März merklich ab und konnte somit den Anstieg bei den Dienstleistungspreisen weitestgehend ausgleichen.

Ein weiterer wichtiger Preistreiber waren zuletzt die Preise für Nahrungs- und Genussmittel. Die jährliche Teuerung auf diese Produkte hatte sich im Vergleich zum Februar sogar mehr als verdoppelt. Maßgeblich steckten dahinter merklich gestiegene Preise auf unverarbeitete Lebensmittel und eine Preisanhebung von Tabakprodukten.

Der Ausblick für die kommenden Monate zeigt eine zunächst volatilere Gangart in der Preisentwicklung an. Im April ist dafür maßgeblich der auslaufende Osterpreiseffekt verantwortlich. Im Vorjahresvergleich sollten die Dienstleistungspreise für diesen Monat merklich nachgeben. Im weiteren Jahresverlauf sollte die Teuerung dann aber allmählich wieder anziehen. Die von der EZB anvisierten Inflationsrate von „nahe aber unter“ zwei Prozent bleibt aber auch in diesem Jahr unerreicht. Für den Jahresdurchschnitt 2018 im Euro-Raum erwarten wir einen Anstieg von +1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

 

 

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