Gekommen, um zu bleiben – Steuerkürzungen sorgen für massiven Gewinnsprung in den USA

Die Analysten für US-Unternehmen dürften dieser Tage gestresst sein. Mit dem Ende 2017 verabschiedeten Steuersenkungsprogramm der Trump-Administration hat sich ein neues Bild für die Schätzungen der Gewinne, Dividenden und Aktienrückkäufe für 2018 und die Jahre danach ergeben. Diese werden nun erstmalig vollumfänglich in den Berichten der Unternehmen ersichtlich sein und die bis dato unsicheren Schätzungen der Analysten ablösen.
Vereinzelt ist mit Ergebnissprüngen durch Steuereffekte um bis zu 20% zu rechnen. Dazu kommt die gesunde operative Entwicklung der US-Unternehmen – für den S&P 500 dürften die Gewinne im operativen Geschäft um rund sieben Prozent gewachsen sein. Insgesamt sollten die Gewinne gemäß des Datenanbieters Factset beim S&P 500 im ersten Quartal um 17% anziehen, im Gesamtjahr 2018 gar um 19%.

Erwähnenswert ist, dass derzeit alle der großen Branchen in den USA ein Gewinnwachstum verzeichnen, der Aufschwung also auf breiten Schultern verläuft. Taktgeber für den Aufschwung beim Gewinnwachstum bleiben die Unternehmen aus den Sektoren Energie/Öl, Banken und die Technologieunternehmen, die dank der guten Branchenkonjunktur sehr starke Zuwächse verzeichnen. Diese drei Sektoren gehören im Übrigen sowohl zu den exportstärksten als auch beschäftigungsintensivsten innerhalb der US-Wirtschaft, wären also im Falle eines verstärkten Handelskonflikts besonders anfällig für Korrekturen – sind möglicherweise aber auch wichtig für Trump, was zukünftige Wählerstimmen und Steuergelder anbelangt.

Der Anstieg der Unternehmensgewinne hat bei einem gleichbleibenden Indexstand des S&P 500 zur Folge, dass die Bewertung auf Basis des Kurs-Gewinn-Verhältnis 2019 auf 15,0 sinken wird. Die Bewertung des weltweit größten Aktienindex sinkt damit in den Bereich des langfristigen Durchschnitts, ist also fair. In Anbetracht drohender Handelsauseinandersetzungen und der hohen Abhängigkeit des US-Aktienmarktes von einigen wenigen Technologietiteln (Stichwort Facebook), aus denen zuletzt etwas (Bewertungs-)Luft abgelassen wurde, sehen wir momentan interessantere Investitionsmöglichkeiten in Europa als in den USA.

 

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