Hohe Diskrepanz zwischen Marktstimmung (schlecht) und Bewertung (attraktiv): DAX bleibt aussichtsreich

Spannung verspricht der Aktienmarkt. Im Zuge der Diskussion verschiedener Makrosorgen (steigende Zinsen/Inflation, US-Zölle etc.) hängt dieser seit Anfang Februar in einem Loch. So hatte der DAX gegenüber seinem Höchststand im Tief bis zu 13% verloren, der Euro Stoxx 50 immerhin elf Prozent – auf Titelebene fielen die Verluste zum Teil noch deutlicher aus. Allerdings gab es zuletzt wenig schlechte Nachrichten seitens Konjunktur oder Unternehmen, es scheint eher „unspezifisch“ verkauft worden zu sein. Eine Vielzahl von Unternehmen dürfte überhaupt nicht nennenswert unter den diskutierten Einflussfaktoren leiden. Auch ist das befürchtete Szenario eines intensivierten Handelskrieges zwischen den USA und China noch nicht Realität geworden. Es gibt noch Zuversicht, dass sich beide Parteien in den anstehenden Verhandlungsrunden annähern können. Schließlich konnten wir in der Vergangenheit oft genug beobachten, dass Präsident Trump gerne zunächst extreme Verhandlungspositionen einnimmt, letztlich aber auf einen „Deal“ aus ist. Außerdem ist bekannt, dass er seine Popularität gerne an steigenden Aktienkursen misst, so dass er wenig Interesse an einer dauerhaften Schädigung der US-Konjunktur haben dürfte.

Weil die Gewinne der Unternehmen weiter steigen, hat sich eine nennenswerte Diskrepanz zwischen Marktsentiment (schlecht) und Bewertung (attraktiv) aufgetan. Diese dürfte während der bald beginnenden Berichtssaison zum Erstquartal 2018 offensichtlich werden, und zwar insbesondere bei US-Titeln, bei denen erstmalig die Effekte der US-Steuerreform aus dem Dezember 2017 vollumfänglich deutlich werden. Der deutsche Leitindex ist in diesem Umfeld attraktiv. Dieser notiert deutlich unter unserem Kursziel von 14.000 Punkten per Jahresende. Die DAX-Bewertung auf Basis des KGVs für 2019 liegt unter zwölf Punkten, einem Abschlag gegenüber dem historischen Bewertungsdurchschnitt.

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2 Kommentare

sehr treffende Beschreibung bei der übertriebenen Schwarzmalerei.

Die Konjunktur läuft rund. Was stört – so scheint es – ist die Politik. Man könnte fast sagen, dass es allenthalben zu einem Wirtschaftspopulismus gekommen ist. Der Beitrag in diesem Block hebt sich wohltuend hiervon ab.

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