Datenschutz und Social Media: Hier kommt zusammen, was bislang nicht zusammen passt.

Die letzten Wochen waren für Facebook turbulent. So musste Facebook einräumen, dass persönliche Daten von bis zu 87 Millionen Nutzern des Sozialen Netzwerkes „Facebook“ von einem ehemaligen Psychologie-Professor im Rahmen einer Meinungsumfrage unbefugt an das Datenanalyse-Unternehmen Cambridge Analytica verkauft wurden. Diese steht im Verdacht, die erworbenen Datensätze u.a. für Wahlkampagnen des US-Präsidenten Donald Trump verwendet zu haben. Die Alphabet-Tochter Google geriet 2017 in die Kritik, als das Videoportal „YouTube“ Werbung renommierter Unternehmen im Umfeld von extremistischen und rassistischen Inhalten platzierte.

Die beiden „Online-Giganten“ haben in den letzten Jahren mit der Sammlung und der Auswertung von persönlichen Daten – dem „Gold des 21. Jahrhunderts“ – für die Bereitstellung von zielgruppenspezifischer Online-Werbung enorme Erfolge erzielt. Zwischen 2012 und 2017 wuchs der Umsatz bei Facebook im Durchschnitt über 40% pro Jahr; bei Alphabet betrug der Wert rund 15%. Einige Dienste der Unternehmen werden zum Teil von mehr als einer Milliarde Menschen genutzt. Dabei wurde das starke Wachstum sicherlich auch durch eine unzureichende Regulierung begünstigt. Durch die jüngsten Skandale dürfte der Druck von Verbraucherschützern und der Politik weltweit zunehmen. Entschuldigungen (wie jüngst von Facebook-CEO Mark Zuckerberg) und Ankündigungen von Maßnahmen zur Verbesserung des Datenschutzes reichen u.E. nicht mehr aus. So wird bspw. am 25. Mai die EU Datenschutz-Grundverordnung anwendbar. Diese vereinheitlicht u.a. das Datenschutzrecht in der EU und sieht die Verhängung hoher Strafen bei Verstößen vor.

Die Bedenken wachsen zwar, der Markt für Online-Werbung sollte aber auch künftig im Vergleich zu „klassischen“ Medien, wie Fernsehen oder Zeitungen überdurchschnittlich zulegen. Kurzfristig dürfte eine strengere Regulierung Alphabet und Facebook zwar belasten. Mittel- bis langfristig bietet sich den Unternehmen jedoch die Chance, durch eine Verbesserung des Datenschutzes und die Erhöhung der Transparenz, verloren gegangenes Vertrauen bei Nutzern und Werbetreibenden zurückzugewinnen.

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