Milch: Alles in Butter!

  • Knappheit bei Butter führt 2017 zu kräftigem Anstieg des Milchpreises.
  • Verbesserte betriebswirtschaftliche Rahmenbedingungen erhöhen Milchaufkommen in Europa und Deutschland.
  • Weitere Entwicklung des Milchpreises bleibt dank positiver Exportdynamik stabil.

Milcherzeugende Betriebe atmeten 2017 nach einer längeren Durststrecke wieder auf. Der Milchpreis stieg 2017 im Jahresmittel kräftig um 35% auf 35,3 Cent je Kilogramm an. Ausgelöst wurde die Preisbewegung überwiegend durch die ausgeprägte Knappheit bei Butter (Fettmarkt). Als Folge ist der Butterpreis sehr stark gestiegen. Bei Magermilchpulver (Eiweißmarkt) hingegen sind die Notierungen wegen einer anhaltenden Überversorgung weiter gefallen. Dies übersetzte sich in eine rekordhohe Preisdifferenz zwischen Butter und Magermilchpulver („Fett-/Eiweiß-Spread“).

 

 

Die hohen Milchpreise führen bei gleichzeitig geringen Futtermittelkosten in der EU zu steigenden Bruttomargen der Milchviehhalter. Diese positiven betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen führen besonders seit September 2017 dazu, dass den Molkereien deutlich mehr Milch angeliefert wird als im Vorjahr. Dabei hat sich in der EU die Anzahl der Milchkühe sogar verringert. Ein steigendes Milchaufkommen lässt sich also nur über einen steigenden Ertrag je Kuh erzielen. Produktivitätsgewinne kommen besonders über einen veränderten Futtermittel-Mix (höherer Kraftfutter-Anteil), einen zunehmenden Professionalisierungsgrad der milcherzeugenden Betriebe (z.B. in Rumänien & Bulgarien) und letztlich ein geringeres Durchschnittsalter der Herde zustande. Letzteres führt auch dazu, dass nicht nur mehr, sondern auch fetthaltigere Milch angeliefert wird. Daher hat sich die Marktlage bei Butter wieder etwas entspannt und der „Fett-/Eiweiß-Spread“ beginnt sich zu normalisieren.

Nach der Preisexplosion 2017 hat sich die Milchnotiz aktuell auf einem niedrigeren („normaleren“) Niveau bei 29,2 Cent eingependelt. Die weitere Preisentwicklung für Milch sehen wir positiv/stabil. Während die Preisimpulse bei Butter wegen eines rückläufigen Knappheitsgrades leicht negativ sind, sehen wir den Preis für Magermilchpulver vor einer zumindest beginnenden positiven Trendwende. Hierfür zeichnet der tiefe heimische Preis verantwortlich, der zunehmend globale „Schnäppchenjäger“ auf den Plan ruft. Auf dem Weltmarkt trifft bei Milchprodukten aktuell ohnehin eine sehr hohe Nachfrage (Importe) aus Asien und den erdölexportierenden Ländern auf ein geringeres Angebot (Exporte) aus Ozeanien. Dies bietet für Europa und Deutschland die Möglichkeit die entstandene Angebotslücke zu füllen.

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