Einkaufsmanagerindizes im Euro-Raum: Kein Wonnemonat Mai

Gemäß den vorläufigen Ergebnissen der Einkaufsmanagerbefragung im Euro-Raum gaben die Stimmungsbarometer im Mai gegenüber dem Vormonat weiter nach. Der zusammengefasste Index rutschte auf das niedrigste Niveau seit 18 Monaten ab. Zwar liegen die Einkaufsmanagerindizes noch über der Wachstumsschwelle, das Signal, welches von der Umfrage ausgeht, ist aber für das zweite Quartal eine erneut gedämpfte Wachstumsrate. Sie dürfte kaum die +0,4 Prozent aus dem ersten Quartal erreichen, die Wirtschaft im Euro-Raum hat merklich an Schwung eingebüßt. Dies deckt sich mit unserem Prognosebild.

Der zusammengefasste Composite-Index für den Euro-Raum gab im Mai gemäß den vorläufigen Zahlen von 55,1 auf 54,1 Indexpunkte nach. Dahinter stehen jeweils Rückgänge des Sentiments der Industrie und bei den Dienstleistern. Zuwächse bei den Auftragseingängen und Geschäftsaktivitäten verlangsamten sich genauso wie die Beschäftigungsabsichten und die Auftragsbestände. Auf Länderebene fiel die Befragung in Deutschland und Frankreich nach Angaben von IHS Markit skeptischer aus als im Rest des Währungsgebiets.

Das Sentiment unter den deutschen Einkaufsmanagern hat sich im Mai deutlich eingetrübt. Die beiden Stimmungsbarometer für die Industrie und Dienstleister gaben gegenüber dem Vormonat nach. Der Composite-Index sank daher von 54,6 im Vormonat auf 53,1 Indexpunkte. Das ist das niedrigste Niveau seit 20 Monaten. Auf Basis der Umfrage würde sich das Wachstum in der Privatwirtschaft weiter abschwächen, aber positiv bleiben. Insgesamt legten die Geschäftsaktivitäten nur noch geringfügig zu. Auch die Zuwächse bei den Auftragseingängen und der Beschäftigung fielen schwächer aus. Ebenso haben sich die Geschäftserwartungen sich nach Angabe von IHS Markit auf das niedrigste Niveau seit November 2018 eingetrübt. Das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal dürfte auf Basis der Umfragewerte kaum stärker als im ersten Quartal ausfallen.

Auch in Frankreich hat die Stimmung in der Privatwirtschaft weiter nachgelassen. Der umfassende Composite-Index notierte im Mai bei 54,5 Zählern und damit 2,4 Indexpunkte unter dem Vormonatswert. Das ist der niedrigste Wert seit Jahresbeginn 2017. Hinter dem vergleichsweise starken Rückgang steht eine erheblich skeptischere Einschätzung der Dienstleister. Hier gab die Messzahl mehr als drei Indexpunkte nach. Der Streik im französischen Bahnverkehr scheint hier seine Spuren in der Unternehmensstimmung hinterlassen zu haben. Dagegen hellte sich die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe wieder auf. Das vergleichsweise gute Niveau und der Abstand zur neutralen Marke von 50 Indexpunkten lässt aber weiterhin auf eine Fortsetzung des Wirtschaftswachstums schließen, aber in einem weiterhin gemäßigten Tempo.

 

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