Exporterwartungen geben seit einem halben Jahr nach

Zwar hat das ifo Geschäftsklima im Mai seinen fünf Monate dauernden Abwärtstrend vorerst beenden können, die Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes zeigten sich davon jedoch unbeeindruckt. Hier trübte sich die Stimmung weiter ein, bereits das vierte Mal in Folge. Die Verschlechterung ist dabei ausschließlich auf die Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate zurückzuführen, die Erwartungen fallen aktuell so niedrig aus wie seit August 2016 nicht mehr.
Der aktuelle Einbruch bei den Geschäftserwartungen ist insbesondere auf die verschlechterten Exportaussichten zurückzuführen. Neben internationalen Handelsstreitigkeiten macht sich hier auch die Kündigung des Iran-Abkommens durch die Vereinigten Staaten negativ bemerkbar. Die gesamten Auswirkungen dieses Schritts für die deutschen Unternehmen lassen sich zwar noch nicht absehen, Saudi-Arabien plant jedoch bereits, die Vergabe von Regierungsaufträgen an deutsche Firmen einzuschränken.

Dies schlägt sich natürlich auch auf die Exporterwartungen der deutschen Industrieunternehmen nieder. Die Exporterwartungen für die nächsten drei Monate sind von 15,6 Punkten im April auf aktuell 13,6 Punkte gefallen. Dies ist der sechste Rückgang im Folge und der schlechteste Wert seit Beginn des vergangenen Jahres. Auch wenn eine leichte Mehrheit der Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe damit auch weiterhin einen Anstieg ihrer Exporttätigkeit erwartet, hat sich der Optimismus beträchtlich abgekühlt, vor allem in der Automobilindustrie, deren wichtigstes Abnehmerland im Jahr 2017 die USA waren.

Exporterwartungen sind zuletzt spürbar gesunken (Saldo der Anworten)

Quelle: ifo Institut

 

 

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