Grillsaison unterstützt zunächst Schweinefleischpreis

  • 2017 stieg der Schweinefleischpreis kräftig an und lag im Jahresmittel 10% über dem Vorjahr. Als Folge steigen in Europa sowohl die Schweinebestände als auch die Schlachtmengen.
  • Saisonale Faktoren („Grillsaison“) stabilisieren zunächst den Preis. Mittelfristig limitiert aber ein schleppendes Exportgeschäft das Potenzial.
  • Die Afrikanische Schweinepest (ASP) bleibt weiter das größte Risiko.

Der Preis für Schweinefleisch ist 2017 kräftig gestiegen und erreichte phasenweise ein Niveau von über 1,70 Euro je Kilogramm. Der relativ hohe Preis für Schweinefleisch veranlasste die viehhaltenden Betriebe, mehr Schweine einzustallen. In Europa lag der Bestand Ende des letzten Jahres bei 150 Millionen Schweinen, was gegenüber dem Vorjahr ein Plus von rund 2% bedeutet. In den Stallungen befanden sich mit 12 Millionen Tieren (+1%) auch wieder mehr Zuchtsauen. Damit steigt 2018 die für die zukünftige Schweinefleischerzeugung wichtige Ferkelproduktion. Im bisherigen Jahresverlauf sind die Schlachtmengen in der EU im Vergleich zum Vorjahr auf 4,1 Millionen Tonnen (+7%) ebenfalls gestiegen. Dieser Trend wird sich weiter fortsetzen. Bei einer gleichzeitig stagnierenden heimischen Nachfrage spricht dies dafür, dass der Angebotsüberhang in der EU weiterhin hoch bleibt.

Deutschland ist als größter Schweinefleischproduzent in der EU mit einem Selbstversorgungsgrad von 121% besonders stark von einem florierenden Exportgeschäft abhängig. Da sich besonders die chinesische Importnachfrage aktuell abschwächt, entsteht Druck auf den Preis für Schweinefleisch. Die deutschen Ausfuhren nach China sind 2017 um fast 40% gefallen. Da sich die chinesische Produktion aktuell dynamisch entwickelt und zeitgleich die Nachfrage nur moderat wächst, bleibt der Importbedarf vorerst weiter begrenzt. Saisonal kann der Preis kurzfristig von der laufenden „Grillsaison“ profitieren, zumal diese 2018 wohl noch durch die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland beflügelt wird. Ein schleppendes Exportgeschäft und steigende Erzeugungsmengen stehen aber einem deutlichen Preisanstieg entgegen.
Wegen der hohen Fokussierung des deutschen Schweinefleischmarktes auf den Außenhandel sorgt die Afrikanische Schweinepest (ASP) hierzulande für hohe Unsicherheiten. Sollte es zu einer ASP-Eintragung in Deutschland kommen, würden die Ausfuhren deutlich einbrechen bzw. temporär sogar vollständig ausfallen. Aber auch die heimische Nachfrage dürfte spürbar zurückgehen. Unseres Erachtens würde der Preis für Schweinefleisch eine nach unten gerichtete Niveauverschiebung zwischen 20% und 25% erfahren. Im Ernstfall dürfte auch die Schwankungsbreite der Notiz erheblich zunehmen.

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 3.27

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *