Einkaufsmanagerindizes im Euro-Raum: Industrie zeigt sich etwas zuversichtlicher, ansonsten weiterhin gedämpfte Wachstumsaussichten

Gemäß den vorläufigen Ergebnissen der Einkaufsmanagerbefragung im Euro-Raum gaben die Stimmungsbarometer im Juli gegenüber dem Vormonat nur leicht nach. Der zusammengefasste Composite-Index für den Euro-Raum ging nach einem Anstieg im Vormonat wieder leicht zurück. Von den hohen Niveaus des Vorjahres bleibt er auch ein gutes Stück entfernt. Trotzdem, in Anbetracht des schwelenden Handelskonflikts eine vergleichsweise robuste Entwicklung. Das Signal, welches von der Umfrage ausgeht, ist aber weiterhin ein erneut gedämpftes Wachstum zu Beginn des dritten Quartals 2018. Dies deckt sich mit unserem Prognosebild.

Der zusammengefasste Composite-Index für den Euro-Raum ging im Juli gemäß den vorläufigen Zahlen von 54,9 auf 54,3 Indexpunkte zurück. Dahinter steht eine leicht verbesserte Einschätzung der Industrie, während das Sentiment bei den Dienstleistern wieder etwas zurückging. Das Wachstumstempo fiel im Juli relativ etwas schwächer aus. Nach Angaben der befragten Einkaufsmanager trugen der schwächere Auftragseingang und die geringeren Geschäftserwartungen für zukünftige Aktivitäten dazu bei. Auf nationaler Ebene fiel die Befragung in Deutschland etwas besser aus als in Frankreich. Im restlichen Währungsgebiet rutschte das Sentiment auf den niedrigsten Wert seit 21 Monaten ab.

Das Sentiment unter den deutschen Einkaufsmanagern hat sich im Juli mehrheitlich aufgehellt. Zwar gab das Stimmungsbarometer für den Dienstleistungsbereich leicht nach, die Einkaufsmanager aus der Industrie zeigten sich dagegen zuversichtlicher. Der Composite-Index stieg daher von 54,8 im Vormonat auf 55,2 Indexpunkte und erreichte damit den höchsten Wert seit 5 Monaten. Das Wachstum der Auftragseingänge nahm zu und verzeichnete den stärksten Anstieg seit vier Monaten. Unternehmen des Privatsektors haben nach Angabe der Umfrageinstituts Markit ihren Personalbestand weiterhin deutlich aufgestockt, während sich der Preisdruck verstärkt hat. Trotz des Anstiegs bleibt der Composite Index für Deutschland aber unter dem hohen Niveau, welches im Jahr 2017 zu beobachten war. Für das dritte Quartal bleiben die Wachstumsaussichten für Deutschland moderat

In Frankreich hat die Stimmung in der Privatwirtschaft weiter nachgelassen. Der umfassende Composite-Index notierte im Juli bei 54,5 Zählern und damit 0,5 Indexpunkte unter dem Vormonatswert. Hinter dem Rückgang steht eine skeptischere Einschätzung der Dienstleister. Hier gab die Messzahl um 0,6 Indexpunkte nach. Dagegen hellte sich die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe wieder auf. Ein Anstieg der Auftragseingänge wurde hier aber durch den ersten Rückgang der Einschätzung bei den Exporten fast kompensiert. Dennoch, die Einkaufsmanagerindizes in Frankreich bleiben insgesamt über der Wachstumsschwelle von 50 Indexpunkten und signalisieren damit noch immer auf eine Fortsetzung des Wirtschaftswachstums, aber in einem weiterhin gemäßigten Tempo.

 

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