Frankreichs Bahnstreik bremst Wirtschaftswachstum aus

Das Wirtschaftswachstum in Frankreich im zweiten Quartal 2018 belief sich gemäß der Schnellschätzung auf moderate 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Damit wurde die schwache Dynamik vom Vorquartal beibehalten. Insgesamt passen die heutigen Daten zu unserem Prognosebild. Während im ersten Vierteljahr noch eine ausgeprägte kalte Winterwitterung ein stärkeres Wachstum verhinderte, so dürfte zuletzt der Bahnstreik gegen die inzwischen umgesetzte Reform der französischen Staatsbahn die gesamtwirtschaftliche Produktion gebremst haben. Der Streik hatte sich fast über das gesamte Quartal hingezogen. Zudem haben sich während des Quartalsverlaufs die weltwirtschaftlichen Unsicherheiten erhöht, etwa durch die Handelstreitigkeiten zwischen den USA und der EU.

Positive Beiträge zum Quartalswachstum lieferten im zweiten Quartal die öffentlichen Konsumausgaben und im stärkeren Ausmaß die Investitionen. Gerade das letztere ist erfreulich, denn die oben erwähnten Unsicherheiten haben demnach den intakten Investitionszyklus bei den französischen Unternehmen nicht zum Erliegen gebracht. Negativ schlugen dagegen die privaten Konsumausgaben – wenn auch nur leicht – sowie der Außenbeitrag zu Buche, da die Importe deutlich stärker zugelegt haben als die Exporte. Das starke Importwachstum zeigt, dass die inländische Nachfrage intakt ist. Allerdings konnte nicht die gesamte Produktion abgesetzt werden. Deshalb legte die Lagerhaltung zu, was ebenfalls positiv das Wirtschaftswachstum stützte.

Insgesamt ist die bisherige Wachstumsentwicklung in Frankreich schon eine leichte Enttäuschung. Auch wenn die Witterung und die Streiks als Sondereffekte das Wachstum gebremst haben. Für das dritte Quartal sind solche bremsenden Einflüsse bislang nicht absehbar. Gut möglich, dass es zwischen Juli und September zu positiven Nachholeffekten kommt. An die starken durchschnittlichen Zuwachsraten des Vorjahres von 0,7 Prozent wird das Wachstum aber nicht heranreichen. Für das Gesamtjahr 2018 bleiben wir daher bei unserer Wachstumsprognose von +1,7 Prozent.

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