Einkaufsmanager im Euro-Raum: Dienstleistungsbereich optimistischer – Industrie schwächelt

Der Rückgang der Einkaufsmanagerindizes (PMI) im Euro-Raum hat sich gemäß den vorläufigen Befragungsergebnissen im August nicht weiter fortgesetzt. Dies gilt allerdings insbesondere für die Dienstleister. Das entsprechende Stimmungsbarometer verbesserte sich auf ein 2-Monatshoch. In der Industrie gab der Teilindex erneut nach. Nach Angaben von Markit fiel der Zuwachs der Exportbestellungen so gering aus wie seit zwei Jahren nicht mehr und die Produktion kaum nicht von der Stelle. Insgesamt gingen die Geschäftserwartungen in beiden Bereichen weiter zurück.

Der zusammengefasste Composite-Index für den Euroraum stieg kaum spürbar von 54,3 auf 54,4 Indexpunkte. Die Einkaufsmanagerindizes blieben auch im Juni über der Wachstumsschwelle von 50 Indexpunkten. Zwar liegen die Einkaufsmanagerindizes zur Mitte des dritten Quartals damit über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Doch trotz der leichten Verbesserung im August dürfte das Quartalswachstum kaum die 0,4 Prozent aus dem Vorquartal überschreiten.

Auch die deutschen Einkaufsmanager zeigten sich im Juni uneinheitlich. Während sich die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe eintrübte, hellte sich das Sentiment bei den Dienstleistern deutlich auf. Gemäß den Umfrageergebnissen berichteten die Dienstleistungsunternehmen von höheren Auftragseingängen und auch verbesserten Beschäftigungsabsichten. Im verarbeitenden Gewerbe kam die Produktion nicht von der Stelle. Zudem berichtete die Industrie von schwächer zunehmenden Exportbestellungen und langsameren Beschäftigungsaufbau. Der Preisdruck nahm ungeachtet dessen sowohl auf der Einkaufs- als auch auf der Verkaufsseite zu. Die gestiegene Zuversicht unter den Service-Unternehmen sorgte aber dafür, dass der umfassende Composite-Index sich um 0,7 Zähler auf 55,7 Indexpunkten verbessern und damit ein Sechs-Monatshoch erreichen konnte.

In Frankreich scheint die seit Jahresbeginn verzeichnete Talfahrt der Einkaufsmanagerindizes einen Boden gefunden zu haben. Die Einkaufsmanager zeigten sich in der Augustbefragung wieder zuversichtlicher. Im Dienstleistungsbereich wurde von steigernder Geschäftsaktivität berichtet. Das verarbeitende Gewerbe berichtete von einer zunehmenden Produktion und verzeichnete neben einer robusten Inlandsnachfrage wieder zumindest schwach steigende Exportaufträge. In beiden Teilbereichen legten auch die Beschäftigungsabsichten zu. Allerdings nahm der Preisdruck auf der Einkaufsseite zu, der teilweise an die Kunden weitergegeben werden konnte. Beide Stimmungsbarometer konnten sich gegenüber dem Vormonat verbessern. In der Summe führte die Aufhellung dazu, dass der französische Composite-Index um 0,7 Punkte auf 55,1 Punkte zulegen konnte. Als Wermutstropfen muss aber festgehalten werden, dass sich die Geschäftserwartungen auf das niedrigste Niveau seit November 2016 eingetrübt haben. Auch das heute veröffentlichte Wirtschaftsklima des französischen Statistikamtes INSEE setzte seinen Rückgang fort.

 

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