Verbraucherpreise im Euroraum: Ölpreis und Nahrungsmittel halten Inflation bei 2,0 Prozent

Die heutige Schnellschätzung für die Entwicklung der Verbraucherpreise im August wies eine Inflationsrate von 2,0 Prozent für den Euro-Raum aus. Sie fiel damit -0,1 Zähler niedriger aus als im Vormonat. Die Preise für Energie im Warenkorb der Verbraucher zogen erneut kräftig an, wenn auch nicht mehr ganz so stark wie noch im Juli. Auch der Preisauftrieb im Bereich der Nahrungsmittel fiel auf hohem Niveau etwas gemäßigter aus.  Schwächer zeigte sich der Preisauftrieb bei den industriellen Gütern und Dienstleistungen. Die Inflationsrate liegt nun seit vier Monaten dicht am Inflationsziels der EZB von „nahe aber, aber unter zwei Prozent“. Ist damit das Ziel erreicht? Eher nein!

Der binnenwirtschaftliche Inflationsdruck bleibt in der EWU trotz der stabilen Konjunkturlage weiter verhalten. Dies zeigt nicht zuletzt die Kernrate, die die volatileren Preiskomponenten der unverarbeiteten Nahrungsmittel und Energiegüter ausklammert. Sie ging im August von 1,3 Prozent auf 1,2 Prozent zurück. Zum Erreichen des Inflationsziels müsste die Kernrate stärker anziehen und die Inflationsrate insgesamt über einen längeren Zeitraum nahe der 2 Prozent bleiben.

Auf Länderebene gab die Verbraucherpreisentwicklung mehrheitlich wie in Deutschland, Spanien und Italien nach. Dabei spielen auch einige Sonderfaktoren eine Rolle, wie z.B. in Deutschland die Streichung der Kita-Gebühren. Nur in Frankreich blieb die Inflationsrate auf dem hohen Niveau des Vormonats von 2,6 Prozent. Hier wird der Preisauftrieb bei den Energiepreisen durch eine moderate Erhöhung der Mineralölsteuer im Frühjahr zusätzlich befeuert.

Die heute veröffentlichten Daten passen zu unserem Prognosebild. Die mehrheitlich durch binnenwirtschaftliche Effekte beeinflusste Preisentwicklung bei den sonstigen Gütern und Dienstleistungen bleibt moderat. Die größten Schwankungen verursachen weiterhin die Energiepreise und zum Teil auch die Nahrungsmittelpreise. Der Ölpreis als maßgeblicher Einflussfaktor für die Preise von Energiegütern im Warenkorb der Verbraucher dürfte noch längere Zeit auf dem erhöhten Niveau jenseits der 70 US-Dollar bleiben. Zusätzlich sollten sich aufgrund von Ernteausfällen als Folge der langen Hitzeperiode Nahrungsmittel etwas stärker verteuern. Nach niedrigeren Preissteigerungen am Jahresanfang erwarten wir die Inflationsrate im Euro-Raum im Jahresdurchschnitt 2018 bei 1,8 Prozent.

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