Korea: Hohe Innovationskraft zu Rabattkursen

» Der koreanische Aktienmarkt ist 2018 um zehn Prozent gefallen.
» Korea steht für eine hohe Innovationskraft: Kein Staat investiert relativ gesehen mehr in Forschung & Entwicklung.
» Die tiefe Bewertung des Aktienmarktes spiegelt weder die hohe Qualität der Unternehmen noch das überdurchschnittliche Gewinnwachstum wider.

Der Konflikt zwischen Nordkorea und den USA hat bis vor kurzem auch die Aktienkurse in der „Republik Korea“, so die offizielle Bezeichnung Südkoreas, gedrückt. Eine Kurserholung hat bisher nicht eingesetzt, insbesondere der Handelskonflikt zwischen den USA und China belastete die Stimmung.
Koreanische Unternehmen und der Staat investierten 2016 73 Mrd. US-Dollar in Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Nur die USA, China, Deutschland und Japan gaben mehr aus.

Hohe Ausgaben für Forschung und Entwicklung sind ein zweischneidiges Schwert: Die Unternehmen werben mit ihren Aktivitäten, während sich Investoren Sorgen machen, dass die hohen Ausgaben die Gewinnmargen drücken. Tatsächlich dürften unseres Erachtens F&E-Ausgaben in einer gesund wachsenden Branche einen erheblichen Teil zur langfristigen Wertsteigerung eines Unternehmens beitragen, gemessen an immateriellen Vermögensgegenständen und zukünftigen Ertragsquellen. Die koreanischen Unternehmen legen einen überdurchschnittlichen Wert auf Produktdesign und Qualität und wollen weniger über den Preis der Produkte konkurrieren. Diese Strategie macht die Unternehmen im Exportgeschäft weniger anfällig gegenüber Währungsschwankungen, als es bei Technologieunternehmen in China der Fall sein dürfte.
Die Bewertung des koreanischen Marktes gehört zu den tiefsten weltweit. So liegt das Kurs-Cash-Verhältnis aktuell bei 4,5, das KGV bei 8,6 und das Kurs-Buchwert-Verhältnis bei 0,9. Mit diesen Werten gehört der koreanische Aktienmarkt zusammen mit dem russischen und türkischen Markt zu den günstigsten der Welt – bei einem deutlich besseren Chance-/Risikoprofil. Der Bewertungsabschlag ist auf Corporate Governance-Vorbehalte internationaler Investoren, der Sorge vor einer Wiederbelebung des Nordkorea- sowie des China-USA-Konfliktes zurückzuführen.

Die langfristigen Wachstumsaussichten Koreas scheinen ungetrübt. Das Gewinnwachstum ist überdurchschnittlich, ebenso die Qualität der gelisteten Unternehmen. Dadurch entsteht ein Schutz vor den makroökonomischen Belastungen innerhalb Asiens, insbesondere aufgrund des Handelskonflikts zwischen den USA und China. Der Aktienmarkt sollte auf Sicht der nächsten Quartale eine Überrendite gegenüber anderen Emerging Markets erzielen.

 

 

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