Gold-/Silber-Ratio stark erhöht

» Gold-/Silber-Ratio ist aktuell so hoch wie seit 27 Jahren nicht mehr.
» Silber kommt als verkapptes Industriemetall unter Druck.
» In den nächsten zwölf Monaten wird der Silber- den Goldpreis schlagen

Zusammenfassung:
Das Preisverhältnis von Gold und Silber (Gold-/Silber-Ratio) findet am Edelmetallmarkt schon immer eine hohe Beachtung. Das Gold-/Silber-Ratio gibt an, welche Menge an Silber aufgebracht werden muss, um eine Unze Gold zu kaufen. Aktuell ist ein Blick auf das Bewertungsparameter besonders interessant, weil es dramatisch auf über 80 gestiegen ist und mittlerweile rund 60% über dem langjährigen Mittelwert notiert. Bei einem Rückblick in die Vergangenheit zeigt sich oftmals, dass Werte oberhalb von 80 eine relative Unterbewertung des Silbers (gegenüber Gold) signalisieren und als Folge mit einer angleichenden Preisbewegung zu rechnen ist.
Die Verhältniszahl lag nur Anfang der 1990er-Jahre auf einem noch höheren Niveau. Damals steckten die USA in einer Rezession und der zweite Golfkrieg begann. Die konjunkturelle Lage war alles andere als rosig. Da Silber zu 60% in der Industrie zum Einsatz kommt, ist das Metall wegen der negativen konjunkturellen Rahmendaten seiner Zeit sehr viel stärker gefallen als Gold. Silber wird nicht umsonst als „verkapptes“ Industriemetall bezeichnet. Durch die restriktivere Gangart der US-Geldpolitik konnte aber auch die edelmetallische (zinssensible) Komponente den Silberpreis nicht stabilisieren. Silber wird heute im Wesentlichen in der Elektronikbranche eingesetzt. Der wichtigste globale Abnehmer ist mit einem Anteil von rund 20% China. So gesehen, kann es nicht verwundern, dass insbesondere der Handelsstreit zwischen den USA und China aufgrund der entstandenen Unsicherheiten den Silberpreisverfall noch verschärft hat. Aber auch die steigenden US-Zinsen und der starke US-Dollar belasteten Silber im bisherigen Jahresverlauf.
Zwar existieren aktuell diverse Unsicherheiten, allerdings sind die konjunkturellen Rahmendaten vor allem in den USA sehr viel besser als Anfang der 1990er-Jahre. Daher halten wir die heutige Lage überhaupt nicht mit der damaligen für vergleichbar. Zudem erscheint es uns völlig überzogen, dass die Silbernotiz im Moment in etwa eine ähnliche Unsicherheit einpreist wie während der Finanzkrise. Neben den eher technischen Aspekten spricht sogar das fundamentale Setup für Silber. So überstieg 2017 die Nachfrage das Angebot um 26 Millionen Unzen. Das war das fünfte jährliche Marktdefizit in Folge. Für das laufende Jahr rechnet das Silver Institute ebenfalls mit einer relativen Knappheit. Vor allem die chinesische Nachfrage wird sich perspektivisch als Stütze für den Silberpreis erweisen. Wir gehen für die nächsten 12 Monate also auch aus fundamentaler Sicht davon aus, dass sich der Preis für Silber (relativ) besser entwickelt als der für Gold. Die Verhältniszahl wird sich als Folge wieder etwas normalisieren.

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