Zinserhöhungszyklus geht weiter

Die US-Notenbank hat ihren Leitzinserhöhungskurs fortgesetzt und den Zinskorridor wie erwartet um 25 Basispunkte auf 2,0% bis 2,25% angehoben. Das FOMC-Statement wurde dahingehend angepasst, dass das Leitzinsniveau nicht mehr als akkommodierend bezeichnet wird. Dies war jedoch im Großen und Ganzen erwartet worden und stellt damit keine Überraschung für die Marktteilnehmer dar. Ansonsten fielen die Anpassungen im FOMC-Statement, das einstimmig angenommen wurde, wie üblich lediglich marginal aus. Aus den Projektionen lässt sich herauslesen, dass in diesem Jahr eine weitere Zinserhöhung ansteht. Zumindest hat sich nun eine deutliche Mehrheit der FOMC-Mitglieder für einen vierten Zinsschritt in 2018 ausgesprochen. Der nächste Zinsschritt dürfte mithin im Dezember anstehen.

Die US-Notenbank hat damit ihren Leitzinserhöhungskurs im Grunde bestätigt. Das Ende des Leitzinserhöhungszyklus wird weiterhin bei 3,40% gesehen. Wir teilen die geldpolitischen Ansichten der Fed und erwarten, dass die Fed die Leitzinsen im Rahmen des gegenwärtigen Straffungsprozesses bis auf ein Niveau von 3,50% anheben wird.

FOMC-Statement: Geldpolitik nicht mehr akkommodierend
Das Pressestatement, das direkt nach der Zinsentscheidung veröffentlicht wurde, weist lediglich marginale Änderungen auf. So wird weiterhin die solide konjunkturelle Situation herausgestellt. Sowohl das Wirtschaftswachstum wie auch der Beschäftigungszuwachs seien stark und die Inflation verharre in der Nähe des Zentralbankziels. Die einzige bedeutende Änderung betrifft die generelle Einschätzung der geldpolitischen Ausrichtung. Diese wird nicht mehr als akkommodierend bezeichnet. Die Währungshüter bestätigen damit, dass sich die Fed-Funds-Rate dem neutralen Niveau langsam annähert. Was die weitere Marschroute betrifft, so deutet das Fed-Statement auf weitere graduelle Zinserhöhungen hin. So wurde der Passus unverändert gelassen, dass weitere allmähliche Erhöhungen des Zinskorridors vereinbar seien mit einer anhaltenden Expansion der Wirtschaftstätigkeit, den soliden Bedingungen am Arbeitsmarkt und einer Inflation nahe dem symmetrischen 2-Prozent-Ziel.

Die Projektionen fallen leicht optimistischer aus – Zinserhöhungszyklus endet bei 3,40%
Was die Projektionen betrifft, so haben die Währungshüter ihre Zinserhöhungserwartungen für dieses Jahr mit vier Zinsschritten unverändert gelassen. Während bei den Juni-Projektionen jedoch nur acht Währungshüter eine vierte Zinserhöhung für das Jahr 2018 erwartet hatten, gehen nun zwölf FOMC-Mitglieder von einer erneuten geldpolitischen Straffung aus. Für das kommende Jahr erwarten die Mitglieder des FOMC-Rates nach wie vor drei Leitzinserhöhungen. Gegen Ende 2020 steht ein Leizinsniveau von 3,4% im Protokoll. Die neuen Prognosen enthielten auch die Schätzungen für das Jahr 2021, wobei die Leitzinsen für diesen Horizont bei 3,4% unverändert eingeschätzt werden.

Fed-Chef Powell bestätigt auf der Pressekonferenz den eingeschlagenen Kurs moderater Zinserhöhungen
Notenbankpräsident Jerome Powell stellte auf der Pressekonferenz klar, dass die Fed die Leitzinsen auch in Zukunft nur graduell anheben wird. Eine Beschleunigung des Zinserhöhungszyklus, was von vielen Marktteilnehmern aufgrund des gestiegenen Lohndrucks befürchtet wurde, stehe nicht auf der Agenda. So gab Powell zu Protokoll, dass die Risiken für den wirtschaftlichen Ausblick sowie für die Entwicklung der Inflationsrate ausgeglichen seien. Eine interessante Frage betraf das Ende des Zinserhöhungszyklus. So wurde Powell gefragt, wie die Fed vor dem Hintergrund der zeitlich verzögerten Wirkung von Zinserhöhungen wissen könne, bis zu welchem Niveau die Fed-Funds-Rate angehoben werden müsse. Diesbezüglich gab Powell zu, dass die Fed nach einem „Trial and Error“ Prozess vorgehe. Die Geldpolitik werde restriktiver ausgerichtet, während die Notenbank die volkswirtschaftlichen Auswirkungen genau beobachte. Bislang hätten die Zinserhöhungen die Wirtschaft nicht belastet.

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