Stimmung der Einkaufsmanager im Euro-Raum trübt sich deutlich ein

Die Stimmungslage der Einkaufsmanager im Euro-Raum hat sich im Oktober spürbar abgekühlt. Der umfassende Composite-Index sank um 1,4 Punkte auf 52,7 Zähler. Dies ist der niedrigste Stand seit 25 Monaten!

In der Industrie legte die Produktion gemäß der Umfrage kaum noch zu. Das Plus war das geringste seit November 2014. Die anhaltende Industrieschwäche strahlt nun auch auf die Dienstleister aus, die vom niedrigsten Geschäftswachstum seit zwei Jahren berichteten. Auch das Wachstum der Auftragseingänge gab nach Angaben von IHS Markit deutlich nach, in der Industrie ging es sogar zurück. Keine Überraschung also, dass sich die Geschäftserwartungen abgekühlt haben.

Deutsche und französische Einkaufsmanager aus der Industrie berichteten übereinstimmend von einer schwächeren Nachfrage aus dem Automobilbereich. Dies dürfte nach unserer Ansicht auch mit dem seit September in Kraft getretenen neuen Testverfahren WLTP (Worldwide Light Verhicle Test Procedure) zusammenhängen, welches zu deutlichen Verzögerungen bei der Neuauslieferung von PKWs geführt hat. Es bleibt die Hoffnung, dass die Produktionsstörung nach einer Übergangsphase behoben wird.

Die deutschen Einkaufsmanager zeigten sich im Oktober deutlich pessimistischer. Im Dienstleistungsbereich ging der Einkaufsmanagerindex auf das niedrigste Niveau seit 5 Monaten zurück, in der Industrie fiel das Stimmungsbarometer sogar auf ein 29-Monatstief. Zusammengenommen ließ dies den Composite Index um 2,3 Zähler auf den niedrigsten Messstand seit 41 Monaten abfallen. Der beabsichtigte Stellenaufbau blieb weiterhin robust. Während das Auftragsplus bei den befragten Dienstleistern nur schwach ausfiel, mussten die Industrieunternehmen gemäß IHS Markit sogar einen Nachfragerückgang hinnehmen. Die geopolitischen Unsicherheiten um die Handelskonflikte und den Brexit ließen zudem die Geschäftsaussichten zurückgehen. Zu Beginn des Schlussquartals 2018 erhalten die deutschen Wachstumsaussichten aufgrund der Umfrageergebnisse damit erst einmal einen Dämpfer.

In Frankreich hat sich die Eintrübung der Stimmungslage im Oktober in der Summe dagegen nicht weiter fortgesetzt. Hier war es der Index für den Dienstleistungsbereich, der dafür sorgte, dass der umfassende Composite-Index leicht von 54,0 auf 54,3 Indexpunkte ansteigen konnte. Die befragten Dienstleister berichteten von einer steigenden Geschäftsaktivität und zunehmenden Neuaufträgen. In der Industrie trübten sich die Einschätzungen dagegen weiter ein, maßgeblich aufgrund einer sinkenden Produktion – das erste Mal seit Juli 2016 – und schwächer steigender Auftragseingänge. Insgesamt bleibt die französische Privatwirtschaft mit dem gemischten Bild aus der Industrie und dem Dienstleistungsbereich zu Beginn des vierten Quartals damit auf einem moderaten Wachstumskurs.

 

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