Inflationsrate im Euroraum bei 2,0% – binnenwirtschaftlicher Preisdruck bleibt gering

Die Schnellschätzung für die Entwicklung der Verbraucherpreise im November wies für den Euroraum eine Inflationsrate von 2,0% aus. Sie fiel damit 0,1 Zähler niedriger aus als im Vormonat. Die Preise für Energie im Warenkorb der Verbraucher zogen mit 9,1% erneut kräftig an, wenngleich nicht mehr ganz so stark wie noch im Oktober, als sie um 10,7% zulegten. Auch der Preisauftrieb im Bereich der Nahrungsmittel fiel auf hohem Niveau etwas gemäßigter aus. Schwächer zeigte sich indes die Erhöhung bei den Dienstleistungen. Somit liegt die Inflationsrate nun seit sechs Monaten über dem Inflationsziel der EZB von „nahe, aber unter 2%“.

Der binnenwirtschaftliche Inflationsdruck bleibt in der EWU jedoch verhalten. Dies verdeutlicht der Blick auf die Kernrate, die die volatileren Preiskomponenten der unverarbeiteten Nahrungsmittel und Energiegüter ausklammert: Sie ging im November von 1,2% auf 1,1% zurück. Für einen stärkeren Inflationsdruck müsste die Kernrate deutlich kräftiger und dauerhaft zulegen. Davon ist aber nach wie vor nichts zu spüren.

Auf Länderebene gab die Verbraucherpreisentwicklung mehrheitlich nach – wie etwa in Deutschland, Frankreich und Spanien –, während sie in Italien unverändert bei 1,7% lag. Sowohl in Frankreich als auch in Deutschland blieb sie mit jeweils 2,2% oberhalb des Euroraum-Durchschnitts. In Frankreich dürfte der Preisauftrieb bei den Energiepreisen zusätzlich durch eine Erhöhung der Benzinsteuer im Frühjahr befeuert worden sein; hierzulande haben wohl Versorgungsengpässe aufgrund des Niedrigwassers im Rhein die Preise für Benzin und Diesel angetrieben.

Die größten Schwankungen verursachen in der EWU weiterhin die Energiepreise und zum Teil auch die Nahrungsmittelpreise. Der Ölpreis ist der maßgebliche Einflussfaktor für die Preise von Energiegütern im Warenkorb der Verbraucher. Zuletzt hat er deutlich nachgegeben, von etwas mehr als 70 US-Dollar Ende Oktober auf Notierungen bis unter 60 US-Dollar. Aber erst, wenn sich der Ölpreis auf diesem niedrigeren Niveau festigen sollte, dürfte auch die Inflationsrate im Euroraum im kommenden Jahr allmählich nachgeben.

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