Euro-Raum: Konjunkturelle Frühindikatoren noch im Abwärtstrend

Die konjunkturelle Abschwächung im Euro-Raum dürfte sich mindestens bis ins Frühjahr 2019 erstrecken. Das geht aus den aktuellen Daten zum Euro-Indikator der DZ BANK hervor, der sich im November zum zehnten Mal in Folge abgeschwächt hat. Der Euro-Indikator sank zuletzt um 0,2 Prozent auf ein Niveau von 99,3 Punkten und liegt damit nun 2,0 Prozent tiefer als im Vorjahr. Da unser Frühindikator mit hoher Verlässlichkeit den konjunkturellen Trend der kommenden ein bis zwei Quartale prognostizieren kann, ist zumindest bis zum Frühjahr 2019 nicht mit einer konjunkturellen Trendwende im Euro-Raum zu rechnen.

Im November tendierten erneut sechs unserer neun Einzelindikatoren schwächer. Anders als in den Vormonaten war es zuletzt allerdings nicht der Industriesektor, von dem die Abwärtsbewegung ausging. Während im Vormonat noch alle drei Kenngrößen aus dem verarbeitenden Gewerbe (Auftragseingang, Produktionserwartungen, Einkaufsmanagerindex) im Minus notierten, gab es im November erste Lichtblicke bei den Aufträgen und den Produktionserwartungen. Beide Indikatoren zeigten eine leichte Verbesserung, während sich die Stimmung unter den Einkaufsmanagern nur noch minimal verschlechterte.

Die privaten Haushalte haben ihre Erwartungen an Konjunktur und Einkommen dagegen auch im November etwas zurückgeschraubt. Die Konjunkturerwartungen sind zwar immer noch besser als im langjährigen Durchschnitt, notieren aber auf dem niedrigsten Stand seit dem Frühjahr 2017. Auch die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen leidet etwas unter der zunehmenden Skepsis der Verbraucher. Die entsprechende Kennzahl liegt zwar weiterhin deutlich über ihrem Mittelwert, ist aber zuletzt recht kräftig gesunken.

Von den Finanzmärkten kamen im November ebenfalls eher negative Impulse. Die Aktienkurse sanken den vierten Monat in Folge, wenn auch nicht mehr so stark wie im Oktober. Die Renditen der Bundesanleihen mit 10jähriger Restlaufzeit gaben im abgelaufenen Monat wieder nach, so dass sich die Differenz zu den Geldmarktzinsen etwas verringerte. Die gestiegene Inflationsrate sorgte zudem für einen Rückgang beim realen Geldmengenwachstum.

Insgesamt setzt sich der Negativtrend damit weiter fort, allerdings mit verringertem Tempo. Die Lichtblicke aus dem zuvor besonders gebeutelten Industriesektor machen – zusammen mit den aktuellen Meldungen vom Handelsstreit zwischen USA und China – zumindest Hoffnung auf eine Trendwende des Euro-Indikators noch vor Jahresende.

 

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