Chinas Problem mit der afrikanischen Schweinepest

Die afrikanische Schweinepest (ASP) ist unter den schweinehaltenden Betrieben in Deutschland weiterhin eines der brisantesten Themen. Sie rückt mit Eintragungen bei Wildschweinen in Belgien immer näher. Unter den deutschen Schweinehaltern geht es nicht darum, ob die ASP in Deutschland ausbricht, sondern nur, wann. In der Bekämpfung der Schweinepest waren Belgien und Ungarn bisher recht erfolgreich. Trotz des Befalls bei Wildschweinen konnte bislang ein Überspringen des Virus auf das Hausschwein verhindert werden. Selbst die Situation in Polen hat sich zuletzt entspannt. Hier ist es seit Mitte September zu keiner weiteren Eintragung mehr gekommen. In Deutschland gilt es, sich weiter akribisch auf einen möglichen ASP-Ausbruch vorzubereiten. Ein besonderes Augenmerk sollte auf die Früherkennung und das Monitoring des Schwarzwildbestandes gelegt werden. Aber auch Schulungen des landwirtschaftlichen Personals und Proben für den Ernstfall sind hier sicherlich förderlich.

Derweil verschärft sich die Lage in China immer weiter. Der erste ASP-Fall wurde Anfang August gemeldet. Seitdem ist die Zahl auf 84 gestiegen. Viel beunruhigender aber als die absolute Fallzahl ist die rasante Ausbreitung. Das Virus legte seit der ersten Eintragung quer durch China eine Distanz von fast 4.000 Kilometern zurück. Von öffentlicher Seite ist zu vernehmen, dass man das Problem „grundsätzlich“ im Griff habe. Dies fällt uns allerdings schwer zu glauben. Erst kürzlich ist es sowohl in Peking als auch in den Regionen Shaanxi und Heilongjiang zu weiteren Fällen gekommen. In Peking ist ASP auf einem Schweinebetrieb mit 10.000 Schweinen ausgebrochen. Wegen der weiteren Ausbreitung ist daher mit einem deutlichen Anstieg der Keulungen zu rechnen.

China produziert nicht ausreichend Schweinefleisch, um den Bedarf zu decken. Wir rechnen damit, dass die Angebotslücke (1,6 Mio. Tonnen Schlachtgewicht) wegen der aktuellen Ausbreitung des ASP-Virus noch größer wird. Damit bleibt China perspektivisch eindeutig abhängig von Importen. Deutschland ist dabei ein wichtiger Lieferant und kann sich gegen die USA gut positionieren. Kommt es aber in Deutschland zu einem ASP-Fall, verhängen die Chinesen einen Exportstopp. Dabei wird nicht zwischen befallenen und nicht befallenen Regionen unterschieden („Regionalisierungsprinzip“). Aufgrund der knappen Marktlage und der noch unkontrollierten ASP-Situation können wir uns vorstellen, dass China bald keine andere Wahl hat, als bei den Einfuhren aus anderen Ländern nach Regionen zu differenzieren, was bisher nicht der Fall ist. Dies würde den Druck auf die schweinehaltenden Betriebe in Deutschland zumindest ein wenig mildern.

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