Inflationsrate im Euro-Raum sinkt auf 1,6 Prozent – niedrigerer Ölpreis macht sich bemerkbar

Die harmonisierte Inflationsrate (HVPI) im Währungsgebiet war im abgelaufenen Jahr einmal mehr Spielball der Energiepreise. Der deutliche Anstieg des Rohölpreises der für Europa ausschlaggebenden Sorte Brent auf in der Spitze mehr als 85 US-Dollar hat dafür gesorgt, dass die Steigerungsrate der Verbraucherpreise in der zweiten Jahreshälfte 2018 mehrere Monate auf und über die Marke von zwei Prozent ansteigen konnte. Seit Oktober haben die Preisnotierungen für Rohöl aber spürbar nachgegeben. Zuletzt rutschte der Preis sogar deutlich unter 60 US-Dollar. Dies hat sich nun auch mit einiger Verzögerung für die Verbraucher beim Tanken und Heizen bemerkbar gemacht. Der zwischenzeitliche Preisauftrieb im Bereich der Nahrungs- und Genussmittel hat inzwischen ebenfalls an Stärke verloren.

Unter dem Strich ist die Inflationsrate daher zum Jahresende merklich zurückgegangen. Die Schnellschätzung wies für den Dezember eine Preissteigerung gegenüber dem Vorjahr von 1,6 Prozent aus. Im November lag die Teuerungsrate noch bei 1,9 Prozent.

Auch auf Länderebene zeigte sich in den Volkswirtschaften, die ebenfalls schon erste Schätzungen zu Preisentwicklung abgegeben haben, eine geringere Preisdynamik. In Deutschland ging der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) von 2,2 auf 1,7 Prozent zurück, in Frankreich sank er von 2,2 auf 1,9 Prozent. Die italienischen Verbraucherpreise stiegen nur noch um 1,2 Prozent nach 1,6 Prozent im Vormonat und in Spanien ermäßigte sich der Preisauftrieb von 1,7 auf 1,2 Prozent. Einheitlich schwächte sich in allen Ländern der Preisauftrieb für den Bereich Energie ab.

Im Jahresdurchschnitt 2018 lag die Inflationsrate im Euro-Raum bei 1,7 Prozent und damit 0,2 Prozentpunkte höher als im Jahr 2017. In 2019 dürfte die Preisentwicklung in etwa die gleiche Dynamik aufweisen. Zwar werden gerade in den ersten Monaten des noch jungen Jahres die preistreibenden Effekte von den Energiegütern wegfallen, dafür sollte sich der binnenwirtschaftliche Preisdruck allmählich stärker bemerkbar machen. Nach mehr als fünf Jahren konjunktureller Erholung und einem stetigen Rückgang der Arbeitslosigkeit, dürfte sich ein zunehmender Lohndruck preistreibend auswirken.

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