US-Berichtssaison: Wie stark wird der Rückgang ausfallen?

Die USA konnten lange von einer Sonderkonjunktur, basierend auf Steuersenkungen und geldpolitischen Impulsen, profitieren. Allerdings sind in den vergangenen Monaten, infolge der Handelsstreitigkeiten und des Regierungsstillstands, auch der amerikanische Wirtschaftsoptimismus und die US-Börsen deutlich unter die Räder gekommen.

Mit der Berichtssaison zum Gesamtjahr 2018 wird sich nun zeigen, wie stark sich die US-Wirtschaft tatsächlich eingetrübt hat und in welchem Umfang die Unternehmen ihre Ausblicke nach unten revidieren müssen. Zwar gehen wir davon aus, dass die US-Unternehmen das fünfte Quartal in Folge ein zweistelliges Gewinnwachstum (plus 11,4%) zeigen werden und sich deutlich besser geschlagen haben als die europäischen Mitbewerber. Allerdings wird der Markt den Zahlen der Vergangenheit relativ wenig Gewicht schenken. So haben bereits im Vorfeld der Berichterstattung zwei Drittel der Unternehmen die Guidance reduziert und auch die Analysten haben die Schätzungen so stark wie seit dem dritten Quartal 2017 nicht mehr gesenkt. Zu den prominentesten Unternehmen, die den Markt bereits mit vorgelegten Zahlen enttäuscht haben, zählt Apple. Damit hat zuletzt sogar der lange Zeit glänzende Technologiesektor einige Kratzer abbekommen. Aber auch die Schätzungen der Energieunternehmen wurden, aufgrund des stark gefallenen Ölpreises, deutlich gesenkt.

In der Folge der schwächeren Erwartungen für das vierte Quartal 2018 wurden auch die Schätzungen für 2019 stärker als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre gekürzt. Nach dem außergewöhnlich starken Jahr 2018, mit einem Gewinnwachstum von über 20%, ist davon auszugehen, dass die Sonderkonjunktur in den USA ausläuft und sich das Gewinnwachstum auf einem soliden Niveau von 7,3% einpendelt. Die US-Unternehmen werden weiterhin wachsen und wir erwarten im laufenden Jahr keine US-Rezession. Der Kursrückgang des S&P 500, der in der Spitze fast ein Fünftel verloren hat, scheint somit übertrieben. Die Bewertung ist zuletzt deutlich gesunken und befindet sich unterhalb des Durchschnitts der vergangenen Jahre. Daher sehen wir den S&P 500 bis Jahresende auf ein Niveau von 3.000 Punkten ansteigen.

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