Schwächere Weltkonjunktur – Prognosen gesenkt

Kaum ein Risikofaktor aus dem alten Jahr hat mit dem Jahreswechsel an Brisanz eingebüßt. Neu hinzugekommen ist eine zugespitzte innenpolitische Lage in den USA, dies verdeutlicht der „Shutdown“, die bereits mehrwöchige Schließung einiger Bundesbehörden. Erste Datenveröffentlichungen zeigen zudem, dass die Industrie im Euro-Raum auch im vierten Quartal die Konjunktur belastet hat. Wir haben deshalb für Deutschland, Frankreich und den Euro-Raum insgesamt unsere Wachstumsprognose für dieses Jahr gesenkt. Für die US-Wirtschaft hat sich darüber hinaus auch der Ausblick auf das Jahr 2020 eingetrübt.

Europaweit haben die Probleme in der Autoindustrie Spuren im industriellen Sektor hinterlassen. Wegen einer erneut nur langsamen Gangart im Schlussquartal 2018 senken wir für den Euro-Raum unsere Wachstumsprognose für dieses Jahr auf 1,2 Prozent. Aus recht unterschiedlichen Gründen hat sich vor allem der Ausblick für Deutschland, Frankreich und Italien verschlechtert. Während die deutsche und die französische Wirtschaft dennoch 2019 um rund ein Prozent wachsen dürften, erwarten wir im drittgrößten Euroland nur einen schwachen Zuwachs von einem halben Prozent.

Präsident Trump hat schneller und auch drastischer als von uns erwartet in den Wahlkampfmodus geschaltet. Bei der Umsetzung seines Versprechens, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen, scheint ihm jedes Mittel recht zu sein. Da die verhärteten politischen Fronten Verbraucher und auch Unternehmer verunsichern dürften, rechnen wir in diesem Jahr nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent, nach kräftigen knapp drei Prozent im abgelaufenen Jahr. Auch für 2020 haben wir die Prognose gesenkt, da wir nicht mehr mit einer Verlängerung von befristeten Steuersenkungen rechnen. Hierfür wäre ein politischer Konsens zwischen den beiden Parteiblöcken und dem Präsidenten erforderlich, was wir uns derzeit kaum vorstellen können.

In China wird die Regierung hingegen alles tun, um das offizielle Wachstumsziel zu erreichen. Einer verlangsamten Konjunktur steuert Peking mit Ausgabenprogrammen und Steuersenkungen entgegen. Darüber hinaus rechnen wir nicht mit einer weiteren Eskalation des Handelskonflikts mit den USA. Letztendlich wird die Weltwirtschaft insgesamt ihren Output in diesem Jahr wohl nur noch um 3,5 Prozent steigern, nach einem Zuwachs von 3,6 Prozent im Vorjahr.

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