Türkische Zentralbank bleibt standhaft

Die türkische Zentralbank (TCMB) hat jüngst beschlossen, ihren Leitzins bei 24% zu belassen. Wahrscheinlich noch wichtiger war die erneute Ankündigung, dass der restriktive geldpolitische Kurs beibehalten wird, „bis der Inflationsausblick eine deutliche Verbesserung zeigt“ und bei Bedarf „eine zusätzliche geldpolitische Straffung durchgeführt wird“. Vor dem Hintergrund der Kommunalwahlen, die Ende dieses Monats stattfinden, sollte die jüngste Entscheidung die Reputation der Zentralbank tendenziell stützen. Obwohl die Unabhängigkeit der Geldpolitik in der Türkei im Vergleich zu den Standards in den USA, im Vereinigten Königreich oder in der EWU nicht gänzlich unabhängig ist, scheint die Bekämpfung des weiterhin erhöhten Preisdrucks ganz oben auf der Agenda der Zentralbank zu stehen.

Insgesamt ist die jüngste Entscheidung der türkischen Zentralbank eine positive Entwicklung für die Türkei. Eine politisch unabhängige Zentralbank ist ein hohes Gut für ein Land und die Beschädigung oder Einschränkung dieser Unabhängigkeit führt in der Regel zu einer stärkeren Zurückhaltung von ausländischen Investoren. Vor diesem Hintergrund kann man die jüngsten Entwicklungen in der Türkei als einen Beginn hin zur Normalisierung betrachten. Jedoch sollte sich die Regierung zukünftig auch in schwierigeren Zeiten weitestgehend aus den Entscheidungen der Zentralbank heraushalten. Dann dürfte auch die türkische Lira mittelfristig wieder spürbar an Wert gewinnen.

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