Italien in der Rezession – Haushaltsplanung löst sich in Wohlgefallen auf

In der zweiten Jahreshälfte 2018 ist die italienische Volkswirtschaft infolge der wirtschaftlichen Abschwächung im Euroraum und einer generell langsameren Weltkonjunktur in die Rezession gerutscht. Nach einem Minus von 0,1% im dritten Quartal (gegenüber dem Vorquartal) ging es zwischen Oktober und Dezember nochmals um 0,1% zurück. Im Gesamtjahr 2018 belief sich das Wirtschaftswachstum gegenüber dem Vorjahr auf 0,8%.

Im Vergleich zu den restlichen Mitgliedsländern des Euroraums ist die wirtschaftliche Entwicklung in Italien weiterhin unterdurchschnittlich. Italiens Wachstum lief in der bisherigen Aufschwungphase nicht nur dem Durchschnitt der EWU hinterher, es ist auch das einzige Land in der Währungsgemeinschaft, das sich in der Rezession befindet. Und der Blick auf die vorliegenden Konjunkturindikatoren signalisiert, dass die akute Schwächephase auch noch anhalten dürfte.

Im laufenden ersten Quartal rechnen wir noch nicht mit einer Rückkehr in den Wachstumsbereich. In der Summe dürfte das Jahreswirtschaftswachstum 2019 nur 0,2% betragen. Damit wird das eigentliche Wachstumsziel der Regierung von 1,0% deutlich unterschritten.

Der vereinbarte Kompromiss mit der EU-Kommission von Dezember 2018, die Neuverschuldung auf „2,04%“ des BIP zu begrenzen, löst sich angesichts der Wirtschaftszahlen in Wohlgefallen auf. Wir rechnen jetzt mit einem Budgetdefizit von 2,8% des BIP im laufenden und 2,9% im kommenden Jahr. Daher wird der staatliche Schuldenberg in Relation zur Wirtschaftsleistung bis 2020 auf knapp 133% steigen. Von Konsolidierung kann demnach keine Rede sein. Zudem ist eine Fortsetzung des Konflikts zwischen Italien und der EU-Kommission jetzt schon vorprogrammiert.

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