DeutschlandBank AG

Die Spekulationen über eine Fusion zwischen der Deutschen Bank und der Commerzbank halten sich seit Anfang September 2016 hartnäckig. Der neue CEO der Deutschen Bank, Christian Sewing, schloss zu Beginn seiner im April 2018 beginnenden Amtszeit eine Fusion zwischen den beiden Großbanken für die nächsten zwölf bis 18 Monate nahezu aus und verwies zur Begründung auf die laufende Integration der Postbank und die anhaltende Restrukturierung des Konzerns. Diese Argumente sind zwar auch heute noch valide. Doch der politische und gegebenenfalls auch wirtschaftliche Druck scheinen nun hinreichend groß zu sein, dass trotz allem informelle Gespräche bezüglich einer möglichen Fusion der beiden Institute geführt werden.

Positive Effekte eines Zusammenschlusses der beiden Großbanken könnten sein: 1. die skalierbaren Investitionskosten für Technologie und Digitalisierung, 2. die erheblichen potenziellen Kostensynergien infolge ähnlicher Geschäftsfelder und 3. ein eventuell möglicher Transfer von Kundeneinlagen innerhalb des Konzerns.
Dagegen sprechen Gründe wie: 1. höhere Kapitalanforderungen aufgrund der Größe, 2. der auf das „too big to fail“-Problem bezogene Widerspruch, 3. die hohen Umsetzungsrisiken (unter anderem Stellenabbau, IT-Integration), 4. merkliche Komplexitätskosten, 5. erhebliche Ertragsdissynergien bei überlappenden Kundengruppen, 6. Probleme bei der Due Dilligence von weichen Faktoren wie Rechtsrisiken und operationellen Risiken, 7. die andauernde Restrukturierung der beiden nicht sonderlich ertragsstarken Konzerne und 8. die IFRS-Bewertung der Bilanz des Übernommenen zu Markt- statt Buchwerten.

Eine Fusion der beiden Großbanken dürfte sich aus jetziger Sicht nur leicht positiv auf den Gewinn der kombinierten Einheit auswirken – und das auch erst nach einigen Jahren. Zur Finanzierung einer solchen Transaktion und der damit verbundenen hohen Restrukturierungskosten müsste entweder eine Kapitalerhöhung oder der Verkauf von Beteiligungen durchgeführt werden. Dem Druck der Politik, die einen nationalen Champion im Bankensektor schmieden möchte, können sich die beiden Institute nur schwer entziehen. Dass die Politik hier ein qualifizierter Ratgeber ist, darf aber zumindest angezweifelt werden.

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 4.43

Ein Kommentar

Markus Körfges

Sehr geehrter Herr Bielmeier,
Sie schreiben: „Dass die Politik hier ein qualifizierter Ratgeber ist, darf aber zumindest angezweifelt werden.“ Dem stimme ich uneigeschränkt zu. Die erforderliche „Kompetenz“ wird man dann wieder extern bei den einschlägig bekannten Beratungsunternehmen einkaufen. Die BigFour (Deloitte, Ernst & Young, PricewaterhouseCoopers und KPMG) freuen sich sicher schon.

Freundliche Grüße aus Mönchengladbach
M.Körfges

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *