Abschwung in der Industrie des Euro-Raums verschärft sich – Einkaufsmanager bleiben skeptisch

Die Wirtschaft im Euroraum dürfte im ersten Quartal nur moderat expandiert haben. Dafür spricht die erneut gedämpfte Stimmung unter den europäischen Einkaufsmanagern.

Gemäß der Umfrage von IHS Markit unter den europäischen Einkaufsmanagern verzeichnete der Index für die Industrie den stärksten Rückgang seit sechs Jahren. Der Dienstleistungssektor zeigte sich aufgrund der robusten Binnennachfrage widerstandsfähiger, aber auch hier gab die Messzahl nach. In der Summe verlor der Composite-Einkaufsmanagerindex 0,6 Zähler und notiert im März bei 51,3 Punkten.

Gerade die Industrie in Deutschland und Frankreich zeigt sich dabei in ausgesprochen trüber Stimmung. In Frankreich hat sich zudem die Laune der Dienstleister verschlechtert. Im übrigen Euro-Raum hellte sich nach Angaben von IHS Markit die Stimmung dagegen etwas auf. Dennoch sind die Umfrageergebnisse eine Enttäuschung. Für eine deutliche Beschleunigung des Wirtschaftswachstums im Euro-Raum im ersten Quartal 2019 sprechen sie definitiv nicht. Dies entspricht auch unserem Prognosebild.

Die deutsche Industrie hat gemäß der Umfrage unter den Einkaufsmanagern eine Nachfrageschwäche zu bewältigen, die die Stimmung drückt. Der Teilindex für die Industrie gab im März 2,9 Punkte nach und rutsche mit einem Zählerstand von 44,7 Punkten auf den niedrigsten Wert seit 79 Monaten. Stark ausgeprägt war wohl das Minus bei den Auftragseingängen und dort gerade bei den Aufträgen für das Exportgeschäft. Zudem sanken das erste Mal seit drei Jahren die Beschäftigungsabsichten. Der Rückgang der Stimmung bei den Dienstleistern fiel dagegen nur verhalten aus. Der Composite-Einkaufmanagerindex für Deutschland ging dadurch im März von 52,8 auf 51,5 Punkte zurück.

In Frankreich hat sich die Stimmung der Einkaufsmanager auf breiter Front eingetrübt. Sowohl die Messzahl für das verarbeitende Gewerbe als auch für die Dienstleister sind unter die Marke von 50 Indexpunkten gerutscht. Der umfassende Composite-Einkaufsmanagerindex sank von 50,4 auf 48,7 Punkte. Zu diesem Rückgang trug auch hier eine beschleunigte Abnahme der Auftragseingänge bei. Gerade das Neugeschäft im Export fiel nach Angaben von IHS Markit so stark wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Unterdessen legten die Beschäftigungsabsichten der befragten Einkaufsmanager weiter zu. Sie stiegen aber nur noch so langsam wie seit Dezember 2016 nicht mehr.

 

 

 

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