Brexit – ein Synonym für Politikversagen

Bei der gestrigen Abstimmung über acht Brexit-Alternativen im britischen Unterhaus erhielt keiner der Vorschläge die Mehrheit. Am besten schnitten die Initiativen zugunsten einer Zollunion und eines sogenannten Bestätigungsreferendums ab, bei dem die Bevölkerung das letzte Wort über ein Abkommen mit der EU hätte.

Das Brexit-Drama nimmt also kein Ende und verstärkt die Zweifel an den politischen Institutionen. Ein eindrucksvolleres Zeichen für Politikversagen kann man sich kaum vorstellen. Es wäre kaum verwunderlich, wenn daraufhin die Politikverdrossenheit zunähme. Bis jetzt gehen wir weiterhin von einem geregelten Brexit aus. Jedoch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Großbritannien am 12. April in einem ungeregelten Prozess aus der EU ausscheidet. Die Warnungen aus der britischen Wirtschaft, aber auch von anderen EU-Ländern über die dann wohl folgenden Konsequenzen werden jeden Tag eindringlicher.

Im Falle eines ungeregelten Brexits rechnen wir mit einer tiefen Rezession in UK und einem Wachstumsrückgang von 0,5 Prozentpunkten in Deutschland und dem Euroraum im Jahr 2019. Vor dem Hintergrund der derzeitig fragilen wirtschaftlichen Verfassung Deutschlands und im Euroraum ist dann auch hier eine kurze Rezession nicht auszuschließen.

Lesen Sie auch hierzu unsere Publikation: „No Deal“: Die Folgen eines untergeordneten Brexits

https://bielmeiersblog.dzbank.de/wp-content/uploads/2019/03/Konjunktur_No-deal-Brexit-1.pdf

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