Ostereffekt drückt Inflationsrate im Euro-Raum leicht auf 1,4 Prozent

Die Inflationsrate im Euro-Raum hat sich im März kaum bewegt. Nach der vorläufigen Berechnung von Eurostat fielen die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,4 Prozent höher aus. Im Vormonat belief sich die jährliche Rate noch auf 1,5 Prozent. Der leicht geringere Preisdruck geht dabei auf die Dienstleistungen zurück. Dies dürfte an dem vergleichsweise späten Termin für das Osterfest am 21. April in diesem Jahr liegen. Deutlich wird dies auch an der Kernrate, die die volatileren Elemente der Nahrungs- und Energiepreise ausklammert. Sie sank um 0,2 Prozentpunkte auf 1,0 Prozent.

Im vergangenen Jahr lag Ostern am 1. April. Dementsprechend begannen die Osterferien im letzten Jahr zu großen Teilen schon im März. Die Preise im Hotel- und Übernachtungsbereich sowie für Transportdienstleistungen fielen im März 2018 dementsprechend höher aus. Dies bremste dann den Preisauftrieb bei den Dienstleistungspreisen im März 2019. Das bedeutet aber auch, dass im April 2019 bei den Dienstleistungspreisen ein entsprechender Gegeneffekt zu erwarten ist und die Inflationsrate damit insgesamt etwas höher ausfallen könnte. Dies dürfte aber nur ein Einmaleffekt bleiben. An einem weiterhin moderaten Inflationsniveau von deutlich unter 2,0 Prozent wird dies kaum etwas ändern.

Die Inflationsrate im Währungsgebiet bleibt damit nicht nur weiter unter dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank. Die im März gemessene Inflationsrate ist auch die niedrigste seit elf Monaten. Der zwischenzeitliche Preisauftrieb mit Inflationsraten von 2,0 Prozent und mehr vom letzten Spätsommer und Herbst war zu großen Teilen dem Rohölpreis geschuldet, der in der Spitze auf über 80 US-Dollar angestiegen war. Von dieser Seite dürfte der Spielraum für eine höhere Inflationsrate im weiteren Jahresverlauf aber begrenzt bleiben. Auch der binnenwirtschaftliche Preisdruck wird sich kaum stärker entfalten. Dagegen spricht schon die spürbar langsamere Konjunkturdynamik. Insgesamt entsprechen die Inflationsdaten vom März unserem Prognosebild. Für das Gesamtjahr 2019 erwarten wir unverändert den Anstieg der Verbraucherpreise im Euro-Raum gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 1,4 Prozent.

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