Übertriebene Rezessionsängste

Die globale Konjunkturdynamik wird schwächer. Die Geschwindigkeiten sind dabei unterschiedlich, aber die Richtung ist in allen Ländern die gleiche. Natürlich kommen damit auch sofort Ängste vor einer globalen Rezession auf. Aber man sollte das Kind nun nicht mit dem Bade ausschütten. So schlimm ist die Lage aus meiner Sicht nicht.

Die Rezessionsängste finden zurzeit in der US-amerikanischen Renditestruktur eine gewichtige Untermauerung. Die US-Staatsanleihekurve zwischen drei Monaten und zehn Jahren Laufzeit hat sich kürzlich invertiert. Dies war in der Vergangenheit ein oft treffsicherer Indikator für eine nahende Rezession in den USA.

An den Finanzmärkten ist der Satz „Diesmal ist alles anders“ nicht ungefährlich. Aber es spricht einiges dafür, dass die Renditestruktur tatsächlich an Aussagekraft verloren hat. Hintergrund ist, dass die US Notenbank ihre Reaktionsfunktion in den letzten Monaten spürbar modifiziert hat und nun mehr auf die Entwicklungen an den Finanzmärkten achtet. Inflation und Wachstumsindikatoren haben dagegen etwas an Bedeutung verloren. Die Handlungen der Fed sind also kurzfristiger angelegt und sollen auch zur Stützung der Kapitalmärkte beitragen.

Eine Konjunkturabschwächung sollte man erwarten. Rezessionsängste sind begründet, wenn man externe politische Schocks erwartet, ansonsten aber nicht. Das nachlassende Wachstum macht sich auch schon in Unternehmensgewinnen bemerkbar. Jedoch halten sich hier bislang die negativen Folgen in Grenzen.

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 3.27

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *