Spaniens Wirtschaftswachstum bleibt robust

Die spanische Volkswirtschaft sollte auch im ersten Quartal dieses Jahres ein starkes Wachstum von 0,6% gegenüber dem Vorquartal erreicht haben. So lautet die Schätzung der spanischen Notenbank. Die Hintergründe für das robuste Wachstum, das nun schon seit fünf Jahren anhält, sind vielfältig. Ein entscheidender Faktor ist die Tatsache, dass sich die spanische Wirtschaft noch immer in einem Erholungsprozess befindet. Sie hatte von 2008 bis 2013 in Folge einer doppelten rezessiven Phase rund 10% der Wirtschaftsleistung eingebüßt. Damit fiel der Rückgang wesentlich intensiver aus als in den meisten übrigen Euroländern. Verwendet man den Euro-Raum als Maßstab, so wird deutlich, dass noch ein gewisses Aufholpotenzial vorhanden ist.

Von den gegenwärtigen Turbulenzen in der Industrie Europas bleibt aber auch Spanien nicht gänzlich verschont. Dabei stehen zwei Themen besonders im Fokus der Debatte: die sich abkühlende Konjunktur in China und die neuen Abgasvorschriften für die Automobilindustrie. Spaniens Wirtschaft kommt hierbei aber mit einem blauen Auge davon. Denn die Exportabhängigkeit von China ist im Vergleich zu Deutschland eher gering. Und auch insgesamt fällt der Anteil des industriellen Sektors an der Gesamtwirtschaft unterproportional aus. Die gegenwärtigen Zerrkräfte rütteln daher insgesamt weniger stark an der konjunkturellen Gesamtentwicklung Spaniens.

Der dominierende Teil der Volkswirtschaft bleibt der Dienstleistungssektor, der durch eine Wiederbelebung des Tourismusbooms erneut an Schwung gewonnen hat. Der heiße Sommer und die zunehmende Konkurrenz anderer Mittelmeer-Anrainerstaaten bremsten die überschwelende Dynamik im Jahresverlauf 2018 noch merklich aus. Von dem gut laufenden Dienstleistungssektor profitiert auch der Arbeitsmarkt, der in den vergangenen fünf Jahren eine beispiellose „Aufholjagd“ hingelegt hat. Zudem wurde eine massive Mindestlohnerhöhung zu Jahresbeginn umgesetzt, die zusätzlich für einen Wachstumsschub gesorgt haben dürfte. Für 2019 rechnen wir mit einem BIP-Wachstum von 1,9% gegenüber dem Vorjahr, damit sollte die Rate für das Gesamtjahr auch merklich oberhalb der Rate des Euro-Raums mit 1,2% liegen.

 

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