China: Konjunkturmaßnahmen zeigen erste Wirkung

Chinas Konjunktur scheint sich gefangen zu haben. Das Wirtschaftswachstum hat sich zu Jahresbeginn bei 6,4% stabilisiert. Das ist eine positive Überraschung. Vor allem die sehr dynamische Beschleunigung der Industrieproduktion im März um drei Prozentpunkte auf 8,5% zeigt, dass die Konjunkturmaßnahmen wirken, welche die chinesische Regierung in den letzten Wochen angestoßen hat. Auch die staatliche Investitionstätigkeit und die Investitionen in die Infrastruktur haben weiter angezogen.

Nicht unproblematisch ist sicherlich, dass es sich dabei zum wiederholten Male um die „alten“ Anschubhilfen mit den typischen längerfristigen Risiken für die Finanzstabilität und das Potenzialwachstum handelt. Davor hat die OECD Peking gerade erst gewarnt. Zu begrüßen ist dagegen der Schub für den privaten Konsum durch die Mehrwertsteuersenkung von 16 auf 13%. Er dürfte auch der stark gesunkenen Automobilnachfrage „unter die Arme greifen“. Sichtbare Effekte stehen hier allerdings noch aus.

Noch ist es sicherlich zu früh, bereits die Kehrtwende für Chinas Konjunktur auszurufen. In den kommenden Monaten muss sich erst zeigen, wie nachhaltig die eilig ins Leben gerufenen Fiskalstimuli sind. Es ist nicht ausgeschlossen, dass dem Wachstumsschub im weiteren Jahresverlauf wieder die Puste ausgeht. Außerdem dürfte der Export erst einmal schwach bleiben. Denn auch wenn China und die USA auf eine Übereinkunft im Handelsstreit zusteuern – so schnell dürften die Strafzölle nicht vollends gestrichen werden. Ein klarer Hoffnungswert für das stockende globale Wachstum sind die heutigen Zahlen aus China aber allemal.

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