Türkei bemüht sich um einen Ausweg aus der Rezession

Die türkische Wirtschaft durchläuft eine Rezession. Da verwundert es nicht, dass man in der Türkei alle Möglichkeiten, nutzt um die wirtschaftliche Lage zu verbessern. So versteht sich auch die neueste Meldung, dass die türkische und die russische Staatsführung ein engeres Verhältnis anstreben. Das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern soll spürbar ansteigen. Offensichtlich schwebt Erdogan dabei eine deutliche Erhöhung der türkischen Exporte und eine Korrektur des hohen bilateralen Handelsbilanzdefizites vor.

Tatsächlich bietet der russische Markt Potenzial für türkische Unternehmen. Denn nach dem Ende der von Russland verhängten Sanktionen befinden sich die türkischen Exporte noch auf dem Weg der Normalisierung. Über die in der Vergangenheit erreichten Spitzenwerte werden sie aber – zumindest in naher Zukunft – wohl kaum hinausgehen.

Zudem müsste dem Anstieg der Exporte die sehr wahrscheinliche Erhöhung der Importe aus Russland gegenübergestellt werden. Die hohe Abhängigkeit von russischen Energielieferungen und technischem Know-how machen es für die Türkei schwierig, mehr als eine leichte Reduktion des seit Jahren hohen Handelsbilanzdefizites zu erreichen. Von anstehenden Großprojekten, wie dem Bau einer Gasleitung zwischen den Ländern oder der Errichtung eines Atomkraftwerkes in der Türkei mit russischer Hilfe, wird wohl vor allem der ohnehin schon stärkere Handelspartner Russland profitieren.

In den kommenden Monaten ruhen die Hoffnungen daher auf dem Tourismussektor. Wenn die russischen Urlauber in der anstehenden Hochsaison wieder zahlreich an die türkischen Strände strömen, kann die türkische Wirtschaft wichtige Einnahmen erzielen. Einen leichten positiven Impuls für die Gesamtwirtschaft bedeutet das allemal.

Trotz aller Bemühungen dürfte die wirtschaftliche Entwicklung in der Türkei auf absehbare Zeit aber relativ schwach bleiben. Für die Perspektive am wichtigsten ist sicherlich die weitere politische Entwicklung. Insbesondere die politischen Eingriffe in die Wirtschaft sind ein potentielles Hemmnis für zusätzliche Investitionen aus dem Ausland. Diese sind aber dringend notwendig. Der Tourismus alleine wird nicht zu einer nachhaltigen Wachstumsbeschleunigung führen können.

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