EWU-Konjunktur: Erneute Schwächezeichen aus dem Industriebereich

Die Stabilisierung der EWU-Konjunkturaussichten zu Jahresbeginn war nur von kurzer Dauer, mit dem Frühjahr kommen erneute Schwächesignale aus dem Industriesektor. Das zeigt die aktuelle Entwicklung des Euro-Indikators der DZ BANK, der im April 2019 – wie schon im Vormonat – um 0,2 Prozent gesunken ist. Die Jahresveränderungsrate des Indikators steht nun bei -2,0 Prozent, damit leicht niedriger als im März (-1,9 Prozent).

Ein Blick auf die Komponenten des Euro-Indikators macht deutlich, dass die Schwächephase im Industriebereich bereits seit rund einem halben Jahr unverändert andauert. Anders als zu Jahresbeginn reichten die positiven Impulse aus den übrigen Sektoren in März und April nicht aus, um den Abwärtstrend im exportlastigen verarbeitenden Gewerbe zu kompensieren.

Dabei zeigten sich die Einkaufsmanager in der Euro-Raum-Industrie im April nicht mehr ganz so pessimistisch wie im März. Die von IHS Markit ermittelte Messzahl verbesserte sich leicht gegenüber dem Vormonat, blieb aber weiterhin relativ tief im negativen Bereich. Bei den von der EU-Kommission berechneten Produktionserwartungen im verarbeitenden Gewerbe ging es im April dagegen kräftig bergab. Der Saldo ist auf den tiefsten Stand seit mehr als fünf Jahren gesunken und liegt nun unterhalb seines langfristigen Durchschnittswertes. Auch die Auftragslage der Industrieunternehmen verschlechtert sich nun schon seit fünf Monaten.

Anders als in den Vormonaten kam im April kein positiver Impuls von den privaten Haushalten. Das Verbrauchervertrauen, ermittelt in Umfragen im Auftrag der EU-Kommission, ist auf den tiefsten Stand seit rund drei Jahren gesunken. Und das vor allem, weil die Erwartungen in Bezug auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung zuletzt wieder gesunken sind. Die Einschätzungen der Konsumenten im Hinblick auf Beschäftigung und persönliche Einkommen sind dagegen weiterhin sehr positiv, so dass auch die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen auf hohem Niveau bleibt.

Von den Finanzmärkten kamen im April per Saldo positive Signale. An den Aktienmärkten dauert der Aufwärtstrend an, der MSCI-Index für den Euro-Raum stieg im Monatsdurchschnitt um fast vier Prozent. Die Renditen für langlaufende Staatsanleihen sind im abgelaufenen Monat erneut gesunken, was die Differenz zum Geldmarktzins weiter einengt und einen negativen Impuls für den Euro-Indikator bedeutet. Das reale Geldmengenwachstum hat sich dank niedriger Inflationsraten zuletzt beschleunigt. Insgesamt scheint an den Finanzmärkten damit weiterhin der Optimismus zu überwiegen.

 

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