Die globalen Zentralbanken drehen wieder auf expansiv

Die jüngste Ankündigung von Präsident Trump, die Strafzölle auf chinesische Waren weiter zu erhöhen, hat die eigentlich schon nahe geglaubte Lösung im US-chinesischen Handelsstreit in weitere Ferne rücken lassen. Auch zwischen den USA und der Europäischen Union droht in den nächsten Wochen eine Verschärfung der Zoll-Auseinandersetzungen. Damit wird die erhoffte Beschleunigung der globalen Konjunktur wieder etwas unwahrscheinlicher.

Viele Notenbanken haben schon vor einigen Monaten auf die schwächer werdenden Wachstumsperspektiven und die zunehmende Verunsicherung reagiert und die in Aussicht gestellten restriktiveren geldpolitischen Maßnahmen bis auf Weiteres abgesagt. So hat die Europäische Zentralbank die avisierte Zinserhöhung im Herbst gestrichen und setzt erst einmal auf Abwarten. Das entspricht auch der aktuellen Linie der US-Notenbank, die ihren Zinserhöhungskurs für beendet erklärt hat und auch mit der Bilanzreduktion nicht mehr fortfahren will.

Somit ist die erhoffte geldpolitische Normalisierung erst einmal abgesagt. Das Niedrigzinsumfeld und die von ihm ausgehenden Risiken bestehen weiter. An den Finanzmärkten wird dies nicht nur negativ gesehen, die niedrigen Zinsen wirken wie ein Beruhigungsmittel und lassen die aktuellen geopolitischen Gefahren nicht so schlimm erscheinen. Das könnte sich jedoch rächen. Die Zentralbanken hätten jedenfalls etwa bei einem unerwarteten Wachstumseinbruch nur sehr begrenzt Spielraum für eine geldpolitische Reaktion.

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